philosophie

Das Leben ist eine Maskerade, sagst du und noch ist es niemandem gelungen, in das Geheimnis deines Wesens einzudringen, denn jede Offenbarung ist immer ein Betrug. Und fürwahr, du trägst eine geheimnisvolle Maske.
—  Søren Kierkegaard
"Eigentlich kann man nur dichten - alles andere ist ungenau" Ludwig Wittgenstein

Sie fragt warum. Warum weht der Wind? Warum bist du satt? Warum soll ich leise sein? Warum gehen die Blätter von den Bäumen ab? Und jede Frage ist wie der Wind - so ungeduldig fordernd und eigensinnig im Takt. Schwer zu sagen, ob sie aus Interesse oder einem Prinzip der Kindheit folgend fragt. Immer versuche ich zu antworten und merke: Sobald du ernsthaft anfängst, die Beschaffenheit der Dinge im Einzelnen zu hinterfragen, kommst du sehr schnell an ein Ende. Nach kurzer Zeit weißt du nicht mehr weiter und musst sagen: so ist es halt. Und dieser Punkt ist jedes Mal eine Enttäuschung. Weil du eigentlich willst, dass die Erklärungen nie abreißen, dass sie sich aufschwingen zu den großen Fragen der Menschheit und du ihr alles für immer ganz klar begreiflich machen kannst: die ganze Welt in einzelnen Sätzen, Stück für Stück. 

Mich faszinierte dieser Punkt in Erklärungen und Begründungen immer, der Punkt, an dem es nicht mehr weiter zu gehen scheint, an dem die Dinge keine klare Rückseite mehr haben, sondern in das Reich der Abstraktionen und Theorien münden. Es ist die Stelle, an der Gesetze nötig werden, die selbst nicht mehr hinterfragt werden, die sich schwer oder gar nicht beweisen lassen, an der es vage wird und spekulativ. Dann dringst du ein in eine Welt, in der sich die Sprache immer weiter vom Sein entfernt. Die Geschichten und Theorien lösen sich ganz langsam - als wären sie in Wasser eingeweicht - von den Gegenständen und entwickeln ein Eigenleben. Und das ist der Punkt, an dem dir aufgeht, dass die Poesie vielleicht die genaueste Art ist, die Welt zu beschreiben.   

Wer sich aber nicht offenbaren kann, der kann auch nicht lieben, und wer nicht lieben kann, der ist der unglücklichste unter allen Menschen. Und du übst dich in der Kunst, allen ein Rätsel zu sein. Wie, wenn nun niemand danach fragte, dein Rätsel zu lösen, was hättest du davon?
—  Søren Kierkegaard
Wer nicht sein will, wie er sein soll, weil er die Welt nicht bejaht, wie sie ist, den halten die meisten für negativ und meinen damit: lebensverneinend. Wer dem Leben, wie es ist, abspricht, eines zu sein, dem wird in Härtefällen sogar Todessehnsucht unterstellt. Dem entgegen ist aber gerade eine positive Haltung grundlegend mit der Bereitschaft verknüpft, sich widerstandslos in einer Welt einzurichten, die unter Menschen so furchtbar und trist ist, dass sie bei Sinnen und bei Verstand kaum, oder eigentlich gar nicht, zu ertragen ist; auch, wer nicht funktionieren möchte, bedarf, um sich in der Gesellschaft in ihrem Sinne frei bewegen zu können und zu dürfen, jener Kontrolle und Unterdrückung, die er irgendwann einmal – mit brennender Sehnsucht oder nur rudimentär – abzuwerfen wünscht.

Platon s'est imaginé qu'autrefois nous étions tous des êtres doubles. Nous avions deux têtes, deux bras, deux jambes et nous étions sois mâle/femelle soit femelle/femelle soit mâle/mâle. Mais ces êtres doubles ont été séparés et condamnés à vivre sans leur moitié. Voilà pourquoi toute notre vie nous allons chercher cette moitié de nous même que nous avons perdu.