ostendorfer

Tipp im Advent - Die Krippenausstellung in Telgte

Naiv ist diese Krippenausstellung sicher nicht: Krippenschaffende vornehmlich aus Westfalen aber auch aus der ganzen Welt haben sich zur 74. Ausstellung dieser Art wieder im Westfälischen Museum für religiöse Kultur RELIGIO in Telgte mit ihren Werken eingefunden, 150 Mal die biblische Weihnachtsgeschichte bildlich und figürlich umgesetzt. Diese Ausstellung gilt als deutschlandweit einzigartig. Traditionell und fröhlich, überraschend und nachdenklich. Mit Stelen aus Stein, Figuren aus Lindenholz und Collagen aus dem Kindergarten. Was ist geblieben aus dem Wunder in der Winternacht? Ein Werk verkündet „25. Dezember – Sie haben ihr Ziel erreicht“. Das Kind, gewiss, haben sie gefunden, aber die Botschaft, nein, die haben wir auf Erden noch nicht umgesetzt. „Immer wieder fallen Gestaltungen auf, welche die Suche nach dem Gotteskind in die heutige Zeit übertragen haben und unsere  Gegenwart in die christliche Überlieferung einbinden“, erklärt Museumsdirektor Thomas Ostendorf, „Da warten Überraschungen; so bleibt die Ausstellung aktuell und spannend.“  Viel Volkskunst ist dabei und auch Skulpturen aus dem afrikanischen Simbabwe und ein Wandbild von der Pazifikinsel Guam. Die alte Garde der Krippenkünstler hat sich ebenso beteiligt wie auffallend viele Schulklassen und Kindergärten mit liebenswerten wie nachdenklichen Werken. Diese Ausstellung ist rund, sehenswert ist sie allemal. Zu sehen gibt es opulente, beinahe majestätisch anmutende Kirchenkrippen aus Bildhauerwerkstätten ebenso wie zum Beispiel einen fröhlichen Trickfilm. Diese Ausstellung ist – zum Beispiel mit dem Wimmelbild samt Lupe - überraschend frisch und sie ist international. Hoffnungsvoll und hintergründig.