moncleur

Frierende Kapuzen (396)

VON LENA STEEG

Wippwippwipp. Der Pelzkragen schaukelt im Gleichklang mit den Schritten seines Besitzers. Wippwipp. Glänzendes Fell. Braun, Beige, bisschen Schwarz. Monströses Ding. Eine halbe Waschbärenfarm. Der Mann beugt sich schräg über mich, greift nach dem Blattspinat. Seine Kapuze streift meine Stirn. „Is wichtig, so ‘n fetter Echtpelzkragen, ne?“, „Hilft halt gegen Kälte“. Hinter Brillengläsern werden Augen verdreht. Er geht weiter mit seinem scheiß Spinat.

Sollen doch alle tragen, was sie wollen. Aber dann mit dem richtigen Argument: „Weil ich’s geil finde!“ Bin ich direkt ruhig. Ich habe meine spanischen Straßenkatzen ja auch übers Internet  und damit einzig und allein wegen der Optik ausgesucht. Kann umgekehrt doch genauso gehen. Aber dieser ganze Scheiß mit „Ich frier halt so schnell“ – am Jackenkragen, oder was? Als ob sie in den letzten Wintern alle im Pullover durch den Schnee laufen mussten, weil die Kapuzen ihrer Parkas im Kollektivstreik waren. „Ohne Echtfellbesatz, ohne uns!“ Spackos.