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马可 - Ma Ke und die Wahrnehmung chinesischen Designs

Jede Information ist verfügbar und die Modezyklen werden von Jahr zu Jahr kürzer. Wie sehr sich jedoch weiterhin kulturelle Schwellen auf das Tempo des Informationsflusses auswirken, machte das Feature "Spotlight on China" auf Fashion156.com deutlich.

Auf der einen Seite ist diese zum wiederholten Male gewonnene Erkenntnis erfreulich. Gilt es in der Mode doch jede neue, noch nicht bekannte Perspektive zu begrüßen. Auf der anderen Seite ist es fast erschreckend festzustellen, dass seit Jahren ein Strom von interessanten Entwicklungen unbemerkt vorbeifließt, weil in der Masse der Informationen die Selektion schwer fällt oder die Zugänglichkeit durch Schrift- oder Sprachsysteme blockiert wird.

Eine erhebende Entdeckung ist die Designerin 马可, die in unserer Schrift Ma Ke geschrieben und gesprochen wird. 1971 geboren hat Ma Ke in China studiert und 2007 den “Best Asian Fashion Designer” Award der ELLE Style Hong Kong gewonnen.

Ihre Mode ist durchdacht, entspannt, knüpft hier und da an traditionelle Formen oder Qualitäten an, bleibt dabei aber immer bedingungslos modern und klar.

2007 ist auch das Jahr, in dem der wunderschön erzählte Dokumentarfilm Wu Yong (Useless) veröffentlich wurde. Eine der 3 Episoden im Film dreht sich um die Präsentation der gleichnamigen Anti-Fashion-Installation, welche Ma Ke für die Paris Fashion Week inszenierte. Als Stellungnahme gegen die in China allgegenwärtige Fließbandproduktion grub Ma Ke ihre Entwürfe für einen längeren Zeitraum ein, um damit Nutzen, Zeiteffizienz und Vergleichbarkeit in Fragen zu stellen. Entstanden sind melancholische und doch Stärke ausstrahlende Entwürfe.

Die Dokumentation Wu Yong (2007) von international memento films ist in 8 Splits auf Youtube verfügbar.