llte

Wenn ich jetzt zurückschaue, sehe ich nur das Gute in den Erinnerungen die wir teilen. Sie verwaschen immer mehr und es tut gut, dass du nicht mehr wie ein sich verirrter Schmetterling in meinem Kopf umherflatterst. Jetzt bist du nur noch ein besonderer Junge den ich mal gekannt habe, der mir keine Schlösser mehr vor die Türen zu meinen Träumen hängen kann. Manchmal würde ich mich gerne entschuldigen für Dinge die ich dir angetan habe, aber ein zerknülltes Stück Papier wird nie mehr so glatt werden wie zu vor. Auf ein Wiedersehen in einer Zukunft in der wir den anderen akzeptieren können, genau so wie er sein möchte.

Und ich stand dort draußen in der Kälte. Wind und Regen schlugen mir Wellen der Verzweiflung entgegen. Ich spürte die Wut, spürte den viel zu lange unterdrückten Schmerz des Himmels. Und er schlug und er trat um sich, brüllte und fluchte und zerrte an mir. Seine Worte erschütterten mich in tausendkleinen Leuchtsplittern. Und ich verschloss die Augen, lauschte seinem Mut und seiner Stärke. Ich atmete seine Kraft, spürte seinen ungebrochenen Willen. Und da öffnete ich die Augen und wusste: Ich war dieser Sturm.
Sisyfos (769)

VON LUTZ BRÜCKELMANN

Mit Mühe hatte ich die Adresse des geheimnisvollen Preisträgers ausfindig gemacht. Eine Pension. Nein, der Herr war nicht zu Hause. Ja, die Vermieterin fand es auch ungewöhnlich für den Mieter, so lange auszubleiben. Ich konnte sie dazu bewegen, mir sein Zimmer zu zeigen. Das Zimmer eines Schriftstellers. Voller Bücher, Hefte, Stapel von Blättern. Neugierig drang ich ein in was sich als umfangreiches Werk enthüllte, obwohl offenbar nicht publiziert. Ein Werk aus Fragmenten. Unzählige erste Seiten, Anfänge von Geschichten und Romanen, Versionen über Versionen oder Versuche von Gedichten. So oft überarbeitet, mit Anmerkungen übersät und korrigiert, dass man die Übersicht verlor.

Zwischen ihnen fand ich auf einem einsamen Blatt, handgeschrieben und ohne Verbesserungen den Text, der unseren Wettbewerb für Minigeschichten gewonnen hatte:

Eines Tages vergaß Sisyfos, dass er Sisyfos war. Da fand er sich wieder, wie er auf dem Berg saß, den Stein nebenbei, und sorglos die schöne Aussicht genoss.

Highlife Problems oder Gehen auf der Überholspur

Konichiwa Bürger von Welt! Champagnerduschen in überteuerten Kellern, virtuelle Liebesabenteuer ohne Liebe, Einkaufen von bereits reichlich vorhandenem, Ballern in 2D, lange laut gesungene Versprechen und Hoffnungen verhallen in langen lauten Nächten langer leiser Winter, gefüllte Gläser überlaufen lassen denn der Durst ist grenzenlos, zu verstrickte und verstrickt belassene Gedankengänge begleiten nie ruhenden Rauch zu schnell endender Zigaretten in die Tiefen der Dunkelheit, auf gut Glück ihr Söldner, allabendliches Heimkino mit den Filmen den zu oft gesehenen und verstandenen aber nie erlebten Geschichten fantasiebeglückter Geisternamen entfernter Kontinente, Land der freien und schönen und erlebenden und jung sterbenden Vergöttlichungen, hier der Gegensatz zum Selbst geschafft, Rechtfertigung erfüllt, dazwischen Pizza aus Kühltruhen, zwei für eine, Kochwein in Tassen, Sofa als Tisch und Tisch als Dekor, Smartphone Romantik, Egozentrik als Schlüssel zum Schloss der verschlossenen, leere Worte füllen leere Gespräche die diese Bezeichnung nicht verdienen, planen und verwerfen, Gesellschaftsuntauglichkeit des geplanten, Vorrang, bremsen was rennen sollte, abwürgen was schreien sollte, Gott suchend in der Pharmazie und in dunklen Gassen wo seine Propheten überteuert verkaufen, Onlineshopping, Frühlingskollektionen neuer Könige, Auto statt Beine denn wer hat muss auch nutzen oder wie oder was, Wohlstandslogik, Lifestyleberatung, nie endende Schlacht zwischen sollen und wollen, du bist wer du sein sollst zu Augen die nicht die deinen sind in Welten die du nicht verstehst, Dresscode, Kleider machen Leute und Leute machen Kleider und vor allem kleiden Leute andere Leute ein die sich unbedingt einkleiden lassen wollen weil Dresscode zwingend zu beachten, essentielles in Nächten des so essentiellen Very Important Person Getues, Aufteilung, Ego-Boosterei, nur mit weiblicher Begleitung, formale Schwierigkeiten, Formalitäten essen, zu wenig aber hübsch verziert, das zählt, das gilt, du bist was du isst und isst was dir steht, farblose Salate mit dünnflüssigen Saucen, aber hübsch verziert, bloss keine Flecken, wer lacht gehört nicht zum illustren Kreis der lächelnden, Schlafentzug, kollektives Suchen nach Ventilen für kratzende Substanzlosigkeit, trink dich in den Nebel bis die Sterne verschwunden sind, handelndes Warten. Die tausend Gesichter der Verlorenheit, 808’s im Kopfhörer, denn du sollst nicht was du bist. Rolex ist Leben.

Füll auch du diese Leere mit Leere und bleibe leer! Spass! 

Oder mal die Winde brechen…

  • Lehrer:Was ist jetzt eine Sublimierung?
  • Kurs:*Schweigen*
  • Lehrer:Steht doch auf dem Zettel... 'Nicht erfüllte sexuelle Bedürfnisse werden durch derartige Ersatzhandlungen befriedigt, die von der Gesellschaft akzeptiert sind'... Könnt ihr mir Beispiele nennen?
  • Schülerin:*leise* Selbstbefriedigung?
  • Lehrer:Leute... SCHOKOLADE!!

anonymous asked:

du wirkst so sympathisch und dein Blog macht mich wahnsinnig traurig. niemand wöllte, dass du stirbst.

Ach, ich kenn da so n paar

2

Hallo Freunde, ich hoffe ihr seid gut ins Wochenende gestartet. Ich bin an diesem Wochenende mal wieder zum Arbeiten verdonnert.

Nach den sündigen Weihnachts- und Silvestertagen sind wir sportlich nun seit 2 Wochen wieder voll durchgestartet. Es macht immernoch viel Spass und wir erkennen immer wieder Fortschritte. :-)

Heute wurde ich von ablackstar44, super lecker bekocht. Es gab mit Hack gefüllte und mit Käse überbackene Zucchini mit leckerem Gemüse und als Dessert ein selbst gemachtes Frucht-Quark-Eis.

Was gab es denn bei euch so?

Sport frei!

Heffuz

anonymous asked:

mistgoere erwähnt dich echt oft, ich wollte daher wissen wer sie eigentlich für dich ist oder was ist sie eigentlich für ein Mensch oder was sie dir bedeutet? Übrigens ich liebe deinen Blog :-)

mistgoere ist meine cousine aber auch gleichzeitig meine aller beste freundin. Wir haben uns vor fast 5 jahren kennen gelernt. Am 21. September. Ich war früher ein hasserfülltes mädchen. Ich hab nie geredet. Hatte keine freunde und wurde gemobbt. Dann kam ella in meine klasse. Am anfang hab ich sie echt gehasst weil sie die bessere elvira von uns beiden war(wir heißen übrigens beide elvira). Aber dann wurden wir irgedwie freunde und sie gibte mir kraft. Ich wurde selbstsicherer. Hatte mehr mut und wurde offener zu den menschen. Sie hat mich so sehr verändert. Daher ist sie für mich ne große schwester/ne mutter/meine cousine/meine aller beste freundin& gott. Sie erschaffte mich einfach nochmal neu. Sie gibte mir so viel selbstvertrauen das ich mich endlich getraut hab mich gegen meine mutter zu währen weil sie mich immer blutig geschlagen hat. Sie erzog mich mit dem motto “lass es dir nicht gefallen. Du hast was besseres verdient”. Ella is selber ein mensch der viel durch machen musste und immenoch nicht am ende ist. Aber sie is stark und man sollte vor ihr angst haben weil sie zu den menschen gehört die gelernt haben zu überleben. Ich liebe sie einfach. Für mein alter hab ich echt schon viel im leben durch machn müssen. Aber sie zeigte mir wie ich überlebe. Sie gibt mich nicht auf wenn ich mich aufgeben will. Sie is der einzige mensch in meinem leben bei dem ich mir sicher bin das er für immer bleibt. Und ich hoffe ich darf sie bis zu meinem tod behalten.❤️ sie ist mein leben.

Kanadischer Frühling

Es ist schwer zu reisen, wenn das Wetter nicht stimmt. Oder besser gesagt: es ist schwer dabei Freude zu empfinden. Wenn mir Regen, durch ein laotisches Wellblechdach zu einem schmalen, eiskalten Strom komprimiert, in den Kragen fließt, würde ich mich lieber in ein Hostel Zimmer einsperren und in Ruhe lesen. Oder den WhatsApp Verkehr mit meinen Freunden nachholen.

Dan und Esther (ein junges, wildes Paar aus Kanada) zeigten mir, dass man genauso gut seine Stimmung mit Alkohol und Drogenkonsum aufhellen kann. Wir besorgten uns im Supermarkt einen Eimer, Soda, Kekse und LaoLao, der billigste Schnaps, auch mit Honig oder Mandarinen Geschmack zu erwerben. Dann liefen wir ein bisschen planlos durch die Innenstadt, schossen ein paar Fotos von einem Tempel, aßen Abendbrot, um schließlich im Hostel anzukommen und das Lager für einen epischen Abend zu präparieren. Schon während Dan den Eimer mit Alkohol füllte und mir erzählte, dass ihn das an “spring break” erinnere, wurde mir ganz warm ums Herz. Für den Geschmack hatten wir außerdem 3 Liter Beerlao und Zitronen besorgt. Als das Saufgelage in vollem Gange war, meldete sich der Hostel Manager und wies uns darauf hin, dass ab 10 Uhr Ausgangssperre herrsche. Wir blicken kichernd auf die Uhr: 8.15. “Kein Problem, mein Freund mach die Tür ruhig zu!”

Um 11.20 nachdem, der Eimer geleert und billiges Gras aus Thailand getestet worden war, wollten wir tanzen gehen. Der Nachtwächter schlief auf einer Matte, die Tür vom Hostel konnte man von innen aufschließen. Nicht so das Gartentor. Mit vereinten Kräften schoben Dan und ich Esther, der schon laufen ernsthafte Schwierigkeiten bereitete, über den niedrigen Zaun. Wir vernahmen Musik und folgten den Klängen die Hauptstraße entlang.

Wir stoppten vor einem nobel eingerichteten konzerthaus. Am Eingang war ein Torbogen aus frischen Blumen aufgebaut, daneben auf einem Ständer ein Foto von Braut und Bräutigam. “Wir gehen auf eine laotische Hochzeit”, jubelte Dan und stürmte voran. An der Rezeption verwirrte er die Angestellten mit unzusammenhängenden Englisch Brocken, bis sie schließlich in Richtung Musik deuteten. Schon vor dem Saal tanzten Frauen in roten Tüchern und mit silbernem Kopfschmuck. Esther machte begeistert mit. Dan und ich streckten schüchtern unsere Köpfe in den Saal: ein riesiger Raum, gefüllt mit Tischen, über und über bedeckt mit Speisen und Beerlao, auf der Bühne wurde Livemusik gespielt. Plötzlich griff uns jemand von hinten und schob uns in Richtung Bühne. Schon von weitem winkte uns der Bräutigam aufgeregt entgegen, als würde er uns erwarten. Andere Gäste begannen zu jubeln als sie uns erblickten. Wir schüttelten jedem die Hand, Dan brüllte die Braut an, dass sie die schönste Frau sei, die er jemals in seinem ganzen Leben gesehen habe. Die Sängerin auf der Bühne rief zur allgemeinen Belustigung “good evening”, bevor sie das nächste Lied anstimmte. Alle stellten sich in einem Halbkreis auf, immer Mann und Frau, und tanzten respektvoll umeinander herum, während die Frauen mit ihren Tüchern wirbelten und die Männer klatschten. Esther, Dan und ich gesellten uns zu einer Gruppe von Jungen in unserem Alter, die sich ähnlich betrunken verhielten. Wir tanzten wie verrückt. Nach zwei Liedern führte man uns an einen Tisch, brachte Bier und Reis mit Gemüse. Außerdem stellte man uns einen laotischen Mann an die Seite, der sein Englisch Studium vor kurzen abgeschlossen hatte und für alle Zuhörer übersetzte und Späße machte.

Wir tanzten mehr, tranken viel mehr und führten lustige Gespräche. Esther fanden wir eine Stunde später umringt von 8 Frauen mit 5 Babys, die sie nacheinander liebkosen durfte.

Um 1 wurde der Saal geräumt. Mit Tränen in den Augen umarmte Dan das Brautpaar. Uns gegenseitig stützend wankten wir die Hauptstraße entlang zu unserem Hostel. Es hatte aufgehört zu regnen und ich war nassgeschwitzt vom Tanzen.

So übersteht man also in Kanada schlechtes Wetter.