kunstvollen

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The Glass Pavilion (Temporary Cologne Deutscher Werkbund Exhibition)

1914

by Bruno Taut

German Kunstvollen Architecture

In 1914, the Glass Pavilion would have been made almost entirely comprised of multicolored glass. Everything about it was organic and reflective, including the waterfall (picture above) within it. The Glass Pavilion is a secular temple of modernism.

28 März. – W-Lan und Wandergesellen

Das Craft Center in der Innenstadt haben mir schon verschiedene Leute ans Herz gelegt. Hier gibt es Schmuck, Kleidung, Kunst, eben handwerklich Gefertigtes zu kaufen. Ich gucke mich nur ein bisschen und sammle Ideen für Souvenirs. Nebenan ist ein Buchladen, dessen Besitzer mich auf Deutsch anspricht. Ich frage nach einem Afrikaans-Sprachführer. Er hat keinen und sagt: „Einen Liebhaber zulegen“. Das ist schon das zweite Mal, dass ich diese Antwort bekomme. Vielleicht lasse ich das mit dem Afrikaanslernen einfach.

Auf dem Weg zurück komme ich an Marktständen vorbei. Ich frage nach dem Preis der Ohrringe. Die Verkäuferin meint: „50. But I am ready to negociate“ - „They are not for me, they are for my mother.“ „Ok, 40.“ Naja, das geht noch besser. Am nächsten Stand haben Himba-Frauen ihre Ware ausgelegt. Bei der rotbraun bemalten Haut, den kunstvollen Frisuren und nackten Brüsten fällt es mir schwer, sie nicht anzustarren. Obwohl das wahrscheinlich ok wäre. Sie sind es gewohnt und bieten vorbeigehenden Touristen an, Fotos zu machen. Die Damen wollen mir ein Armband für 50 Dollar verkaufen. Ich zeige 20, das akzeptieren sie nicht. Dann krame ich so lange in meiner Tasche nach Münzen, bis sie sich mit 21 und einem verpackten Teebeutel zufrieden geben.

Am Nachmittag gehe ich mit meinem Laptop ins Roof of Afrika, einem Hotel-Restaurant, dass etwa zehn Minuten von meiner Wohnung entfernt liegt. Hier gibt es guten Cappuccino und vor allem W-Lan - hat Janna gesagt. Ich habe mich kaum hingesetzt, da werde ich von einem volltrunkenen Buren Mitte 50 angeplappert. Er möchte die Lady aus England (?!) gerne zum Essen einladen. Ich bin ziemlich geduldig, aber nach einer Weile wird es mir zu blöd und ich ignoriere ihn. Da schläft er ein. Als er wieder aufwacht, nervt er weiter. Der junge Wandergeselle, der mir schon beim Reinkommen aufgefallen war, bietet einen Platz an seinem Tisch an. Den nehme ich gerne. Wegen des Trunkenbolds, aber vor allem, weil ich schon immer mal mit einem Wandergesellen reden wollte.

Stefan ist Maurer aus dem Sauerland und seit zwei Monaten hier. Mit seinem Freund, einem Tischler, ist er von Deutschland aus nach Israel getrampt. Dann wieder nach Deutschland, Belgien und jetzt Namibia. In zwei Wochen gehen sie nach Angola. Die beiden wohnen im Roof of Africa. Auf der Welt gibt es eine Handvoll Treffpunkte für ihre „Gesellschaften“, das ist einer von ihnen. Er erzählt, dass das ganze Hotel von Gesellen gebaut wurde und macht mich auf kunstvolle Schnitzereien aufmerksam.

Sein Freund baut für das Hotel Tische und Stühle. Er macht Renovierungsarbeiten – was eben so anfällt. Er erzählt auch vom Leben in der „Gesellschaft“. Dass alle gleichberechtigt sind und man immer aufeinander aufpasst. Wie eine Familie sei das. Wir plaudern ein Weilchen und er gibt mir nützliche Reisetipps. Dann setzen sich ein paar ältere Herren in Frack zu uns, die – natürlich auf Deutsch – erzählen, dass sie heute eine Versammlung hatten. „Was denn für eine Versammlung?“ „Nuschelnuschel“ - „Bitte was?“ „Freimaurer.“ Leider ist es mir schon zu kalt geworden, um noch zu bleiben und mehr zu erfahren.