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Das 1 x 1 der Fußball-Berichterstattung.

Hetze gegen Flüchtlinge ist mit Gemeinschaftsstandards von Facebook vereinbar

Vor einigen Tagen habe ich zum ersten Mal eine Seite auf Facebook gemeldet. Als Antwort bekam ich dass hier:

Danke, dass du dir die Zeit nimmst etwas zu melden, was eventuell gegen unsere Gemeinschaftsstandards verstößt. Meldungen wie deine sind ein wichtiger Beitrag zur Sicherheit auf Facebook und tragen zu einer einladenden Umgebung bei. Wir haben die von dir wegen Hassbotschaften oder -symbole gemeldete Seite geprüft und festgestellt, dass sie nicht gegen unsere Gemeinschaftsstandards verstößt.

Die Seite macht systematisch Stimmung gegen Asylbewerber in Deutschland. Die Posts handeln von „Asylmissbrauch“ (was auch immer das sein möge), vermeintlichen Glaubenskriegen, die Asylbewerber führen würden oder bezeichnen alle Asylbewerber pauschal als kriminell. Die Kommentatoren nehmen jede Vorlage dankend an und setzen in puncto Radikalität noch eins drauf.
Ich bin sogar der Meinung, dass die Seite gar nicht mal so weit vom § 130 StGB entfernt ist.

Es verwundert mich ein wenig, dass Facebook so verschiedene Maßstäbe bei Inhalten ansetzt. Während man bei beispielsweise bei Nacktheit relativ streng vorgeht, legt man die Meinungsfreiheit offensichtlich sehr weit aus.

Beim scrollen durch die Seite kann man nur wütend werden. Lichtblick sind nur die Beiträge anderer Nutzer, die sich nicht auf Diskussionen in den Kommentaren einlassen, sondern sachlich darstellten, was von der Seite zu halten ist.

Yuzuru Hanyuu: Unfall auf dem Eis

Es gab hierzu auch international viele Pressemeldungen: Der japanische Eiskunstlaeufer Yuzuru Hanyuu, der in Sotschi Gold geholt hatte, ist beim Cup of China waehrend der Aufwaermphase vor dem Free Skating mit einem chinesischen Laeufer zusammengestossen und dann trotzdem noch Zweiter geworden. Es gibt auf Youtube mehrere Mitschnitte der japanischen Fernsehuebertragung.

Der Zusammenprall war heftig und beide Laeufer blieben erstmal mit Verletzungen am Boden liegen und mussten verarztet werden. Beide sind hinterher wieder gelaufen. Hanyuu ist waehrend seines Auftritts dann ganze 5 Mal gefallen – hat aber auch mehrere Spruenge gestanden. Die Jury gab ihm dafuer 5 Maluspunkte, aber ansonsten viele Punkte fuer die Darbietung und wegen seiner guten Ausganslage konnte sich Hanyuu dann trotzdem noch den zweiten Platz sichern. Der Chinese wurde Fuenfter.

Eiskunstlauf ist nun einmal ein gefaehrlicher Sport, aber interessant finde ich, wie sich sowohl die TV-Kommentatoren als auch die japanische Youtube-Gemeinde dazu aeussern. Es gibt natuerlich auch einige kritische Stimmen, aber das Gros ist der Meinung, dass Hanyuu sehr vorbildlich gehandelt hat, sich ganz nach traditionellen japanischen Wertevorstellungen nicht von Schmerzen und Verletzungen davon hat abhalten lassen hat, sein Programm zu laufen und der zweite Platz die wohlverdiente Belohnung dafuer ist. Liest man sich die Youtube-Kommentare durch, trifft man auf Saetze wie “Daran sollte sich die heutige japanische Jugend ein Beispiel nehmen!” oder “Hanyuu beweist grosse Staerke, indem er immer wieder aufsteht, egal, wie oft er faellt”. Die TV-Kommentatoren weisen mehrfach daraufhin, dass er die “viereinhalb Minuten” seines Programms durchzieht.

Ich stimme so weit zu, dass es ganz sicher eine ungeheure mentale Staerke abverlangt, mit einer Kopfverletztung noch Eislaufspruenge zu stehen, Pirouetten zu drehen und sich fuenfmal recht unsanft aufs Eis zu legen und trotzdem wieder aufzustehen und weiterzulaufen. Diese Staerke bewundere ich genauso, nur bin ich sehr kritisch, ob ich Hanyuus Handeln insgesamt vorbildlich fuer die japanische Jugend finde. Wenn Eiskunstlauf sowieso ein gefaehrlicher Sport ist, wird er noch gefaehrlicher, wenn man ihn unter Bedingungen ausuebt, die die Konzentration stoeren. Mit einer solchen Kopfverletzung haette Hanyuu einen so grossen Fehler begehen koennen, dass er sich noch viel schlimmeres getan haette. Die Wahrscheinlichkeit, dass er sich so mit 19 Jahren seine gesamte zukuenftige Karriere, eventuell sogar sein Leben, zerstoert, war um ein vielfaches erhoeht. Durchhaltevermoegen und Staerke deshalb in allen Ehren, aber es ist auch eine wichtige Staerke, zu wissen, wann Schluss ist. Mit blutenden Wunden aufs Eis zurueckzugehen und die Performance durchzuziehen war gross; noch groesser haette ich es gefunden, wenn er eine Minute gelaufen waere, ohne Spruenge, und dann bei laufender Musik nach einer Verbeugung vom Eis gegangen waere. Damit haette er sowohl Durchhaltevermoegen und Kuenstlerstolz als auch Eigenverantwortung bewiesen und das, finde ich, waere wirklich vorbildlich gewesen.

Viele der Kritiker merken an, dass das andere Zusammenstossopfer ja ein Chinese war und munkeln deshalb, ob aus historischen und politischen Gruenden bei beiden Laeufern so eine Art Wettkampf entstanden ist, wer am besten und laengsten durchhalten kann und Hanyuu sozusagen vor allem nicht gegen einen Chinesen verlieren wollte. Ich denke das eher nicht, dazumal sein Trainer kein Japaner ist. Meine Vermutung ist, dass es Hanyuus jungem Alter geschuldet ist, dass er sich vom uebertriebenen Kampfgeist seiner teilweise hysterischen Fans und Unterstuetzer hat mitreissen lassen (man hoert sie in den TV-Mitschnitten sehr gut) und noch nicht die Reife besitzt, dagegen anzustehen.

Ich finde es nicht gut, dass erwachsene Japaner, die diese Reife besitzen sollten, der Jugend ihres Landes krankhafte, uebertriebene Wertevorstellungen zu vermitteln versuchen.

PI feiert Zehnjähriges – Danke, SPIEGEL!

Heute vor zehn Jahren ging “Politically Incorrect” – kurz PI – das erste Mal online und eröffnete damit ein Match, das es bis heute ausficht. Es ist der Kampf um die Freiheit des Wortes, nicht nur der selbstdenkenden Autoren, sondern auch der Leser und Kommentatoren. Ein Medium zu schaffen, das tatsächlich unabhängig von Politik und […] http://dlvr.it/7TVHdn