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Da isser schon wieder. Diesmal im Hellen! #Hausrotschwanz #Fauna #Rotthausen #SloMo (hier: Gelsenkirchen-Rotthausen)

Auch LKW-Fahrer mögen Vögel

Lkw mit Vogelnest bleibt auf dem Hof
Rotschwanz-Küken haben Abenteuer gut überstanden

Jahnsdorf. Die fünf kleinen Ausreißer sind hart im Nehmen. Am Montagmittag zerstreute Uwe Bellgardt alle Bedenken: “Ja, die Kleinen piepsen und die Eltern füttern fleißig.” Der stämmige Mann ist Lasterfahrer in Jahnsdorf. Er hatte die Rotschwanz-Küken vergangenen Mittwoch und Donnerstag unfreiwillig einen Tag lang über Nacht als blinde Passagiere mit an Bord.
Die Eltern hatten unter dem Lkw-Auflieger, in einer kleinen Innenausbuchtung, ihr Nest gebaut. Aber sie konnten nicht wissen, dass der Auflieger eben ab und zu für Firmenfahrten im Einsatz ist. Nur durch Zufall hatte Bellgardt das Piepsen der Kleinen auf einem Rasthof gehört und bei der Rückkehr den Auflieger wieder so geparkt, dass die Rotschwanz-Eltern ihr Nest wieder finden konnten.
“Die ganze Geschichte ist wirklich außergewöhnlich”, sagt Joachim Wolle. Der Mann ist Vogelkundler aus Zwönitz. Nach seiner Auffassung muss es sich um Hausrotschwänze handeln. “Es gibt auch Gartenrotschwänze, aber die nisten nie an solchen verrückten Orten”, so der Experte. Dass Hausrotschwänze also alles als Nest nehmen, was gerade auf dem Weg liegt - also auch Lkw-Auflieger - sei weniger ungewöhnlich. Aber die Fahrt und das Überleben der Kleinen schon.
Denn: Dass die Küken über Nacht kein Futter bekommen haben - Bellgardt hatte bei jener Fahrt seinen Truck in Zwickau-Planitz und nicht in Jahnsdorf geparkt - sei nicht so schlimm gewesen. Rotschwänze würden nachts kaum füttern. “Aber die lange Zeit am Tag ohne Futter ist schon grenzwertig”, so Wolle.
Wann sind die Mini-Ausreißer flügge? Ornithologen sagen, in der Regel nach 14 Tagen. Nur, wie alt die Lkw-Küken sind, kann niemand sagen. Denn der Auflieger mit dem Nest stand vor der letzten Fahrt schon einige Zeit auf dem Parkplatz. Sicher ist: Der Auflieger bleibt vorerst als Nest auf dem Firmengelände stehen.
erschienen am 25.07.2011 ( Von Jan Oechsner )

gefunden in der FP vom 26.07.2011