Shark Mouth II.

Praktisch zeitgleich mit dem bekannten Jagdflieger Eduard von Schleich, der 1916 seine Roland C.II mit dem Gesicht von einem Wal bemalte, liess die Kaiserliche Marine die ersten U-Boote bei der AG Weser in Bremen bauen. Die 28 Meter langen U-Boote wurden zerlegt und per Eisenbahn nach Antwerpen transportiert, wo der endgültige Zusammenbau erfolgte.

UB-16 wurde im Mai 1915 in Dienst gestellt und mit der ersten historisch dokumentierten «Shark Mouth» der Nautik bemalt (siehe Bild). Am 10. Mai 1918 wurde UB-16 von einem englischen U-Boot in der Nordsee versenkt.

BMW R-71 und deren Nachbau M-72 im Vergleich

Bei gemeinsamen Manövern mit der deutschen Wehrmacht zu Beginn des Zweiten Weltkrieges wurde die Rote Armee auf die deutschen BMW R-71 Motorradgespanne aufmerksam, die mit einem Maschinengewehr und dem Behördenbeiwagen TR500 ausgerüstet waren und sich aufgrund ihrer Schnelligkeit und Wendigkeit sehr bewährten. Das deutsche Gespann mit 750 cm³ und Seitenventilermotor wurde von 1938 bis 1941 produiert.

Im Zuge des Hitler-Stalin Paktes erwarb die Sowjetunion die BMW Lizenz, woraus dann bis 1941 der Motorradtyp M-72 entwickelt wurde.

Die M-72 wurde bis 1957 in Irbiter Motorradwerken hergestellt, wobei das M für „Motozikl“ (russ. Мотоцикл für Motorrad) steht. Die M-72 war zunächst eine detailgetreue Kopie der BMW R-71, welche jedoch für schweres Gelände ungeeignet war, weshalb das Modell in Irbit laufend verbessert wurde:

  • Neuer Luftfilter mit Ölfüllung
  • Höher gelegtes vorderes Schutzblech
  • Hinterer Schutzblechbügel zum besseren Aufklappen des Schutzbleches, welches den Radwechsel erleichtert
  • Knotenbleche an der hinteren Stossdämpferaufnahme, da im Feldeinsatz Rahmenbrüche auftraten

Die M-72 läuft mit einem 2-Zylinder-Viertakt-Boxer mit quadratischem Hub 78 × 78 Millimeter. Die Höchstleistung beträgt 22 PS bei 4950/min.

Das Gespann wiegt betriebsfertig 350 Kilogramm und kann drei Personen mit Gepäck/Ausrüstung tragen. Es wurde von der Roten Armee im Zweiten Weltkrieg als geländetaugliches Fahrzeug eingesetzt.

Die historischen Zeichnungen zeigen die BMW R-71 und deren sowjetischer Nachbau M-72 im Vergleich.

Shark Mouth I.

Ich werde mein russisches Motorrad – ein Ural Retro-Gespann auf der Basis einer BMW R71 aus dem Jahre 1941 – im Laufe des Sommers technisch und optisch an meine Bedürfnisse anpassen. Das Ziel ist ein Gespann im Stil der 1940er- bis 1950er-Jahre. Mit diesem Beitrag beginnt eine kleine Serie über dieses Customizing, vom historischen Hintergrund bis zur technischen Ausführung.

Der Bug des Seitenwagens soll im Stil der damaligen Nose Art aus der Aviatik bemalt werden, konkret mit einem «Shark Mouth», also einem Haifischmaul.

Das erste historisch dokumentierte «Shark Mouth» (genauer: Whale Mouth) in der Aviatik habe ich bei Eduard von Schleich (1888 - 1947) gefunden. Im Ersten Weltkrieg war Schleich ein bekannter Jagdflieger, der seine Roland C.II Ende 1916 mit dem Gesicht von einem Wal bemalte (siehe Bild). Die L.F.G. Roland C.II wurde im Ersten Weltkrieg als deutsches Aufklärungsflugzeug eingesetzt und war wegen ihrer aerodynamischen Formgebung als «Wal» bekannt.

Diese Idee wurde von anderen Piloten rund um die Welt aufgegriffen, die ihre Flugzeuge vorher mit dem «Jolly Roger» der Piraten bemalt hatten, einem Totenkopf mit zwei gekreuzte Knochen.

Eduard von Schleich ging den umgekehrten Weg: Er trug später den Totenkopf an der Mütze und am Kragenspiegel, als er für die Nationalsozialisten die SS-Fliegerstaffel aufbaute. Im Zweiten Weltkrieg war er Generalleutnant der deutschen Luftwaffe. Bei Kriegsende 1945 wurde Schleich gefangen genommen, er starb in einem US-amerikanischen Kriegsgefangenenlager.

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Hubert Kriegel: «Mit der Ural bin ich langsamer unterwegs»

Seit 2004 fährt der Franzose Hubert Kriegel mit einem Ural-Gespann um die Welt. Er pfeift auf die Zuver­läs­sig­keit japa­ni­scher Motorräder, «weil bei einer Ural zwar manchmal etwas kaputt­ geht, das man aber beim sprich­wört­lichen kasa­chi­schen Huf­schmied repa­rie­ren kann – und muss.»

«Zudem produziert Ural das ein­zige Gespann mit Zweirad-Antrieb. Ich bin sehr zufrie­den damit, es ent­spricht genau mei­nen Vor­stel­lun­gen. Ich bin mit meiner Ural aus Dut­zen­den schwie­ri­gen Situa­tio­nen her­aus­ge­kom­men, aus dem Schnee am Nord­kaps genauso wie aus dem Sand um den Aral­see. Man ist mit der Ural einfach lang­samer unterwegs, nicht schnel­ler als 80 Kilometer pro Stunde. Aber Geschwin­dig­keit ist rela­tiv zu den ande­ren Ver­kehrs­teil­neh­mern, vor allem in Ländern, wo die ande­ren Ver­kehrs­teil­neh­mer auf Eseln sit­zen.»

Der Video zeigt einen Tag aus dem Leben des Ural-Fahrers Hubert Kriegel, im Winter irgendwo im Hohen Norden. Unspektakulär, und gerade deshalb eindrücklich. Der schönste Moment ist bei 4:00 Minuten, als Hubert Kriegel nach einer eiskalten Nacht am Morgen seine Ural (zu seiner eigenen Überraschung) mit einem einzigen Kick startet – und mit viel Ironie kommentiert: «Na, habe ich Euch damit beeindruckt? Mich auch!»

Ural Retro-Gespann im Gebiet Maran auf 1862 m.ü.M. über Arosa in Graubünden.

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Tour zur Ausstellung «Alpenknattern» in Flims

Wir nutzten den wärmsten Oktober-Tag seit Menschengedenken mit 29 Grad im Churer Rheintal für unsere Tour in die Surselva und den Besuch der Ausstellung «Alpenknattern» in Flims. Von Chur fuhren wir die wilde Rheinschlucht rauf bis Ilanz und auf der anderen Talseite runter nach Flims.

Nach dem Mittagessen im Gartenrestaurant der Surselva Brauerei in Flims besuchten wir die Ausstellung «Alpenknattern – Schweizer Motorräder von Allegro bis Zehnder».

Für uns Gespannfahrer das schönste Bijoux (auch wenn andere Besucher angesichts des desolaten Zustandes des Gespannes unsere Begeisterung nicht ganz nachvollziehen konnten: Das Allegro-Gespann aus dem Jahre 1928 mit 175 Kubikzentimeter Hubraum, mit welchem das (Erbauer-)Ehepaar Grandjean in den 1930er Jahren Rennen fuhr.

Eine wichtige Rolle in der über 100jährigen Schweizer Motorradgeschichte – und damit in der Ausstellung «Alpenknattern» – spielten die eleganten Motosacoche. In der Ausstellung waren eine ganze Reihe edler Motosacoche-Modelle aus den 1920er Jahren zu bestaunen, welche in den typischen Kaki/Brauntönen der erfolgreichsten Schweizer Motorradmarke lackiert sind.

Nach dem Besuch der Ausstellung «Alpenknattern – Schweizer Motorräder von Allegro bis Zehnder» fuhren wir über Ilanz wieder durch die Rheinschlucht zurück nach Chur.

Fotos: Jürg Vollmer

Am Sonntag organisierten die Pferderfreunde Leitzachtal ein Novum in Bayern. Es traffen sich die längsten Pferdegespanne aus Bayern und Österreich, die Zehnerzüge, also 10 Rösser vor einer Kutsche. Dies Gespanne sind bis zu 21 Metern lang und werden von nur einem Lenker gesteuert. Die Leitzachtaler Pferdefreunde haben zwei Jahre organisiert, um an diesem Sonntag 16 Pferdezüge in einem Schaufahren zeigen zu können. Dabei waren viele Pferderassen vertreten u.a. Pony, Haflinger, Scharzwälder Füchse, Warmblut, Noriker, Shire Horse und Kaltblut. Einige Tausend Besucher waren teilweise von weit her angereist, um an diesem seltenen Ereignis teilzunehmen.

Gegen 12:00 Uhr wurden die Pferde außerhalb des Ortes aufgestellt und starteten gegen 13:00 Uhr zu einer Sternfahrt nach Hudham. Auf der Leonhardiumfahrt ging es dann zur Festwiese, wo sich die einzelnen Gespanne dann den Tausenden Besuchern präsentierten und von Wolfgang Kühlechner vorgestellt wurden. Der Schirmherr der Veranstaltung und verantwortlich für das schöne Wetter war der 1. Bürgermeister der Gemeinde Fischbachau, Sepp Lechner, der sich sichtlich bewegt vom großen Besucheransturm zeigte.

Pferdegespanne mit 10 Pferden im Leitzachtal/Hundham Am Sonntag organisierten die Pferderfreunde Leitzachtal ein Novum in Bayern. Es traffen sich die längsten Pferdegespanne aus Bayern und Österreich, die Zehnerzüge, also 10 Rösser vor einer Kutsche.
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Gespanne

Sidcars at Schottenring 2014

Ural Retro-Gespann vor dem 100 Jahre alten Langwieser-Viadukt bei Arosa/Graubünden.

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Gespanne

Sidecars at Schottenring 2014

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