Und niemand meldet sich, wenn du dich nicht meldest. Selbst die Menschen, die du für anders gehalten hast, sind doch wie die Anderen. Alle gleich.
Doch was machst du jetzt? Hältst du trotzdem weiterhin an diesen Menschen fest oder lässt du endlich los?

Prozess: Familie soll zwei Mädchen wie Sklavinnen gehalten haben

Sie sollen zwei minderjährige Mädchen wie Sklavinnen gehalten, sie geschlagen und vergewaltigt haben: Eine ganze Familie muss sich seit Montag vor dem Landgericht Konstanz verantworten. Das Ehepaar und seine drei Söhne hätten die beiden Opfer aus dem…

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Liebe Berliner Polizei, das hat echt Spaß gemacht. Danke für gestern Abend.

Liebe Berliner Polizei,

gestern Abend wollte ich eigentlich nur kurz auf der Gürtelstraßendemo vorbei schauen, um gegen die Verarschepoltik des Berliner Senats zu protestieren, aber dann blieb ich doch länger.

Weißt Du, ich fand es nicht schön, wie du mit den Flüchtlingen umgegangen bist und sie 13 Tage ohne Nahrung und vor allem auch ohne Wasser hast auf dem Dach sitzen lassen. Einer von Euch hat den protestierenden Geflüchteten irgendwann einmal etwas zu Essen gegeben und sich damit einer konkreten Dienstanweisung widersetzt. Meinen vollsten Respekt dafür und ich hoffe, er hat sich damit keine allzu großen Unannehmlichkeiten eingehandelt. Sein Verhalten bestärkt mich in der Auffassung, dass nicht alle von Euch scheiße sind und eigentlich möchte ich ja auch glauben, dass keiner von Euch scheiße sein möchte, auch wenn Ihr Euch nur allzuoft scheiße verhaltet. Die meisten von Euch haben sich nämlich sklavisch an die Anweisung gehalten, diejenigen der Refugees, die sich geweigert haben, die ihnen vom Senat versprochenen Unterkünfte zu verlassen, auszuhungern und von der Wasserzufuhr abzuschneiden.

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Das ist schon ein starkes Stück, denn nochmal: Den Flüchtlingen, die im April „freiwillig“ den O-Platz verlassen haben, wurde versprochen, dass das Land Berlin sich darum kümmert, dass deren Asylverfahren hierher verlegt werden und dass sie eine wohlwollende Einzelprüfung erhalten würden. Außerdem würde ihnen der Senat für sechs Monate Unterkunft und Sozialleistungen gewähren. Dass der Senat die ersten beiden Punkte ohnehin nicht durchsetzen wollte oder konnte, war von vorneherein klar, dass in Berlin sechs Monate aber noch nicht einmal sechs Monate dauern, das spricht dafür, dass man sich im Berliner Senat denkt, dass man mit den Geflüchteten machen kann, was man will. Weil es eh keine Menschen sind. Weil sie eh keinen Wert haben. Weil man sowieso keinen Respekt vor ihnen hat.

Liebe Polizei, Ihr macht Euch zum Handlanger einer echten Scheiß-Politik und wenn ich nicht manchmal den Eindruck hätte, dass ihr das gar nicht so schlimm findet oder sogar ziemlich gut, hätte mir das auch ein bisschen leid getan, was da gestern Abend mit Euch veranstaltet wurde. Ich muss sagen, Ihr saht echt nicht gut aus dabei und ein paar von Euch waren richtig aus der Puste. Ich selbst wollte, wie gesagt, ja nur kurz da sein, weil ich noch weiter ins Training wollte, aber dann war es so lustig mit Euch und zum Trainieren bin ich ja trotzdem gekommen, denn wir haben gemeinsam trainiert. Du, liebe Berliner Polizei und ich und die anderen – alle zusammen.

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Für Euch kam das bestimmt ein bisschen überraschend und wohlwollend könnte man sagen, Ihr wart da ein bisschen überfordert. Deutlicher gesprochen, muss man allerdings sagen: Ihr hattet die Situation einfach nicht im Griff. Wir sind hingegangen, wo wir wollten. Wir haben die Straßen dicht gemacht und wieder freigegeben, sind durch Straßen gelaufen, die nicht auf der Demoroute vorgesehen waren und wir haben hin und wieder kleine Grüppchen von Euch aufgelesen, die versprengt und orientierungslos in der Gegend herumstanden. Wenn wir scheiße hätten sein wollen, dann wäre Eure übliche Taktik „rein in die Menge und immer nah dran am Volk“ gestern ziemlich in die Hose gegangen und ziemlich gefährlich für Euch geworden. Wir sind aber nicht scheiße und so war Euer komisches Rumgeballere mit Pfefferspray und Eure gelegentlichen körperlichen Ausraster auch höchst überflüssig. Zumal es gar nichts gebracht hat.

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Na ja, ihr wart halt auch echt im Arsch, wenn ich daran denke, wie Ihr teilweise durch die Gegend gehumpelt seid und welch hochrote Köpfe manche von Euch nach den zwei Stunden herumgerenne hatten. Wenn wir das jetzt aber öfter machen, dann gibt sich das ganz schnell und ihr werdet fitter und wir werden fitter und vielleicht rennen wir dann irgendwann mal gemeinsam durch die Straßen und jagen die zum Teufel, die uns und den Flüchtlingen und allen, die ausgegrenzt und im Abseits stehen die ganze Scheiße eingebrockt haben.

Bis dahin dauert es wahrscheinlich noch ein Weilchen, aber du weißt ja: Die Hoffnung darf man nie aufgeben, auch wenn sie ein Hundesohn ist.

Mir hat das gestern Abend auf jeden Fall richtig Spaß gemacht und ich habe es zu keinem Augenblick bedauert, nicht ins Training gegangen zu sein. Von mir aus können wir nächstes mal auch noch ein bisschen miteinander ringen. Ich wäre dabei. Muss aber auch nicht sein.

Ich fand’s schön so, wie es war und wünsche mir deshalb, dass wir das möglichst bald mal wiederholen.

Ich freu mich jetzt schon und  verbleibe mit solidarischen Grüßen

Dein Staiger

Ich war immer für dich da, hab immer versucht dir zu helfen, bei jedem Problem und habe immer zudir gehalten. Ich dachte ich bedeute dir etwas, ich hab nie viel verlangt, nur das ich dir so wichtig bin wie du es mir warst und was ist der Dank? - Ignoranz.
Manchmal musst du einfach aufstehen und gehen, damit die Person auf der anderen Seite der Wippe auf den Boden faellt und merkt, wie du sie gehalten hast.

 

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Mama? Ich weiß, ich bin kein toller Junge. Bin keiner dieser gutaussehenden Jungs, die immer optimistisch sind und 90% ihres Lebens lachen. Ich wäre gerne so, aber seit du weg bist, hab ich jegliche Hoffnung aufgegeben. Ich bin tief gefallen, keiner hat mich gehalten, Papa hat sich leider auch nicht verändert. Er hat dich ersetzt, das werde ich ihm niemals verzeihen. Ich würde dich so gerne stolz machen, aber ich habe immer das Gefühl, du hasst mich. Du hast mich früher geschlagen, jetzt macht Papa das für dich, aber er macht es aus anderen Gründen und im nüchternen Zustand. Ich bin sehr ängstlich geworden, schon lange nicht mehr der Junge, der seine Meinung sagt. Weißt du, dass ich dich vermisse? Ich vermisse dich so sehr. Ich frag mich immer, was du heute über mich denken würdest. Würdest du mich noch lieben? Was wäre wenn du noch da wärst, wäre dann alles besser? Wäre ich dann noch der starke Junge, der nie weint? Würde ich täglich lachen? Hätte ich Halt im Leben? Sag mir, wie wäre es, wenn du noch bei mir wärst? Würdest du noch immer trinken? Oder hättest du aufgehört? Wärst du noch mit Papa verheiratet? Würdest du zu mir stehen? Wärst du stolz auf mich? Mama, ich quäle mich ohne dich. Ich schreibe diesen Text gerade unter Tränen, weil ich dich so sehr vermisse. Ich will dich zurück haben. Ich will wieder deine Liebe spüren, deine Stimme hören, ich will sehen wie du lachst. Mich hält hier nichts mehr, warum schaffe ich es dann nicht zu gehen? Ich will zu dir, will zu Lina, zu Simon. Lisa ist seit ein paar Monaten auch bei euch. Warum kann ich dann nicht auch gehen? Warum fällt es mir so schwer? Mich verletzt jede Kleinigkeit, ich werde sofort kaltherzig, arrogant und zicke rum. Aber so will ich nicht sein, nein. Ich will nicht vor Problemen wegrennen, ich will mich ihnen stellen, sie lösen, aber ich hab Angst davor, hab keine Kraft dafür. Fühle mich zu allem zu schwach, fühle mich nutzlos und überflüssig. Ich bin ein schlechter Kumpel und ein noch schlechterer Freund. Sei froh, mich los zu sein, ich will gar nicht wissen, wie schlecht ich als Sohn wäre. Ja, ich lache, ich lache viel, aber ich lache nicht ehrlich. Ich will endlich wieder glücklich sein, aber warum lässt das keiner zu? Sobald ich mal ehrlich lache, kommt irgendjemand oder irgendetwas und reißt mich zurück. Sie versuchen mir mein Leben zu Hölle zu machen. Ich dachte immer, ich krieg das hin, es wird alles besser, ich werde so wie früher, aber es ist so schwer, es wirkt für mich unerreichbar. Ich fühle nur noch Leere in mir. Ich geb mich auf, mein Leben, meine Existenz. Ich hoffe ich komm zu dir. Ich liebe dich.

030411

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