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Der Glaube, man könnte ohne Heranziehung der materiellen Entstehungs- und Daseinsbedingungen, also durch lediglich innergeistige Untersuchungen geistiger Gebilde eine Weltanschauung verstehen, ist idealistischer Wahn.
—  Max Horkheimer (1930/1987): Ein neuer Ideologiebegriff? in: Gesammelte Schriften, Band 2: Philosophische Frühschriften1922-1932, 271-294: 288, Frankfurt/M.

Warum ich an Gott glaube? Stellt euch vor, ihr geht in einer Wüste entlang. Alles was ihr seht sind Dünen, Dünen, Sand und die Sonne. Doch auf einmal seht ihr einen riesigen Palast. Alle Forscher werden dir genau sagen können, dass es wissenschaftlich bewiesen ist, dass der Palast durch den Sand und durch Steine, durch günstiges Zusammenspiel der Winde und der Hitze ein palastförmiges Gebilde entstanden ist. Aber glaubt ihr wirklich, das ist Zufall? Und genau so denke ich über das Leben.  

English:

Now we are talking. A landslide victory for the leftwing Syriza Party in Greece could mark the historic shatter point in Europe. The European Union now has only two options:

A financial hair-cut for the massively indebted country or

Greece leaving the European Union

Now, both options are not really included in the Maastricht or the Lissabon Treaty and no matter how the elite will decide, it will cause a chain reaction within the EU. I think we are heading for troublesome times so always remember:

Keep your spirit on a high level, stay humorous and do not fall into dark thoughts – everything will pass by after all and will be replaced for something better.

Deutsch:

Endlich bewegt sich was im starren EU-Gebilde. Die linksradikale Syriza Partei gewann die heutigen nationalen Wahlen in Griechenland haushoch. Dieser Sieg könnte einen Bruchpunkt für das europäische Gebilde bedeuten. Der EU bleiben nunmehr nur zwei Optionen:

Ein radikaler Schuldenschnitt für die massiv verschuldeten Griechen oder

Griechenland verlässt die Europäische Union.

Beide Optionen sind in den Verträgen von Maastricht und Lissabon nicht direkt vorgesehen. Gleichgültig wie sich die europäische Elite also entscheidet, es wird eine Kettenreaktion innerhalb der Mitgliedsstaaten der EU erzeugen. Wir steuern auf unruhige Zeiten zu, deshalb sollte man sich stets vergegenwärtigen:

Der Geist sollte immer mit den erhabensten Gedanken erfüllt sein, Humor sollte uns stets begleiten und dunkle Gedanken müssen energisch abgewiesen werden. Selbst die schlimmsten Zeiten gehen vorüber und werden durch etwas besseres ersetzt.

Lyrik : Die Poesie der inneren Säfte

Lyrik : Die Poesie der inneren Säfte

Die Poesie der inneren Säfte

Noch einmal Avantgarde: Paulus Böhmers “Zum Wasser will alles Wasser will weg” VON JAN VOLKER RÖHNERT

Die Gedichte Paulus Böhmers sprengen jeden Begriff: flussartige Gebilde in einem Umfang, der sonst ganzen Bänden vorbehalten ist; das aktuelle Langgedicht umfasst 236 Seiten im A4-Format. Man muss weit zurückgehen, um auf Vergleichbares zu stoßen, vielleicht bei den…

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Erik van der Weijde, Gebilde, 2015
Ausstellungsansicht, Camera Austria, Foto: Lupi Spuma

Review #11 // Exhibition // Erik van der Weijde // Gebilde //
Camera Austria // 06.12.2014 – 15.02.2015

Entgegen der Achtlosigkeit unseres Blickes
Bettina Landl

Maria Lucia hat sich, deutlich erschöpft, in einem Gartenstuhl niedergelassen und ihr rechtes Bein über ihr linkes geschlagen, einen Arm auf der Lehne, den anderen auf dem Tisch, über den ein mit Blumen verziertes Tuch gebreitet ist, abgelegt. In der einen Hand hält sie eine Zigarette, in der anderen ein Glas. Ihre Zehen- und Fingernägel sind lackiert. Sie trägt Ohrringe und ein Cocktailkleid mit schwarzen Riemchenschuhen, die nur dazu dienen, ihren Fuß nicht auf der Wiese abstellen zu müssen. Umgeben von einer leisen Traurigkeit hat sie ihren Blick gen Boden gerichtet. Die Dauerwelle, der Lippenstift und ihre geschminkten Augen verleihen der Szenerie eine bescheidene Eleganz.

Die übrigen Fotografien dieser Serie zeigen sie in häuslichem Ambiente, bei der Arbeit und mit einem Mann. Schonungslos gewähren diese Bilder intime Einblicke in die Privatsphäre einer Fremden. Die Dokumentation erzeugt eine Schwermut, zeigt den Reiz des Alltäglichen und veranschaulicht gleichzeitig dessen Absurdität.

Das Ausstellungsdisplay bildet eine Raum füllende Holzkonstruktion, ähnelt einer Aneinanderreihung von Buchseiten auf einem Tisch und präsentiert eine Auswahl von Erik van der Weijdes Werken. Dabei wird ein Sujet von dem nächsten abgelöst, was den Anschein einer Narration erweckt, doch bleiben die Geschichten bei bloßer Betrachtung ein Geheimnis. Erst die Lektüre des Begleittextes gibt Aufschluss. Darüber hinaus hat jede Sequenz ein einfaches bestimmbares thematisches und visuelles Zentrum, wobei dieses inhaltlich und formal divergieren kann. Die Installation schafft eine ungewöhnliche Präsentations- und Betrachtersituation – eine Zone, die zwischen Intimität und Distanz, Schauen und Sehen, Anwesenheit und Abwesenheit wechselt. Orte – ihre Geschichtlichkeit, ihr Wesen und ihre Stigmata entstehen und transformieren sich durch unsere Wahrnehmung und unser Wissen. Von menschenleeren Siedlungen, deren gleichartigen Häuser von und für die Nazis in Deutschland gebaut wurden bis hin zu Hochhauskulissen, die den Charme der Moderne versprühen, während der Beton bereits bröckelt und zerfallen ist, und den Wohnkomplex Motomachi als den letzten Teil Hiroshimas zeigen, der wiederaufgebaut wurde. Kontraste dominieren die Inszenierung. Schwarzweißfotos werden von farbigen aufgebrochen, so zeigt die Serie Senate, Brasilia acht Fotografien des von Oskar Niemeyer gebauten Kongressgebäudes in Brasilia und die Serie Praia Fotografien von zum Teil nackten Frauen, deren Körper- bzw. Fleischlichkeit den Objektcharakter zusätzlich betonen. Auf das Abbilden der Gesichter wurde verzichtet, um die Anonymität der Prostituierten zu wahren, die an Brasiliens Stränden arbeiten.

Erik van der Weijdes künstlerisches Interesse richtet sich auf Phänomene des Alltags, deren Dramatik sich, festgehalten durch die Kamera, in Augenblicken zu offenbaren scheint. Die Serie This is not my Son spielt hingegen mit der Rolle des Fotografen und seines Modells, hinterfragt den Wahrheitsgehalt von Bildern und deren Macht zu täuschen. Seine erste Serie Groene Hilledijk setzt sich aus mehreren Fotografien zusammen und zeigt eine Straße in Rotterdam, in der während nächtlicher Spaziergänge Skurriles und Banales überraschend zutage tritt.

Dem Querschnitt durch Erik van der Weijdes Schaffen ist eine Publikation mit dem Titel Gebilde beigelegt, die Texte von Kuratorin Maren Lübbke-Tidow sowie Pierre Dourthe, Frits Gierstberg, Dan Rule und Jan Wenzel versammelt. Laut Wenzel gelingt es dem Künstler in der auf der ganzen Welt aufgenommenen Serie Der Baum diesen als ideales Alltagsobjekt zu zeigen – als etwas, das einfach da ist. Der Baum dient hier nicht als Symbol für eine Idee der erhabenen Natur, oder als Zeuge von Geschichte, wie es einige der Orte auf den ersten Blick vermuten lassen würden, sondern als Ding unseres Alltags, das unserer Aufmerksamkeit meist entgeht. Bedeutsam und unbedeutsam zugleich, banal, aber eben auch unersetzbar. Eine Thematik, die, auf den Begriff gebracht, viele Existenzen als Einheit und damit die Poesie des Gewöhnlichen offenbart. Als Beobachter und Chronist des Alltags pflegt Erik van der Weijdes sensibler Blick demnach einen Existenzialismus, der uns dazu auffordert, genauer hinzuschauen. Behutsam und unspektakulär bleibt der Alltag in seinen Darstellungen alltäglich. So meidet der Künstler ein Zuviel an Ambition sowie den Willen zur Originalität, wodurch sein Stil laut Wenzel geprägt ist von Zurückhaltung. Sein ästhetisches Verfahren zeichnet sich durch Wiederholung und Variation aus. Die Kontaktbögen, aus Einzelbildern zusammengesetzt, werden durch das Auge des Betrachters verbunden und begriffen. Die Montage der Summe der Bedeutungslosigkeiten ist eine rhythmische Abfolge visueller Motive und Themen, die durch Brüche charakterisiert sind und entweder als Einzelbild in den Vordergrund treten oder als Bilderfolge wahrgenommen werden. Dieses Sequenzielle ist die angemessene Form, um das Alltägliche, das sich laut dem französischen Philosophen Henri Lefebvre in seiner Trivialität aus Wiederholungen zusammensetzt, adäquat zu artikulieren, und das Buch, das ein Zentrum Erik van der Weijdes Werkes bildet, dient als das angemessene Medium dessen Fixierung. Dazu werfen seine Fotobücher die Frage auf, ob man nicht in Zukunft vom „Buchbild“ sprechen sollte, so sind die Seiten des Buches, und das Buch als Objekt nicht nur der materielle Träger von Bildern, sondern strukturieren auch die komplexe Ordnung der Bilder und verändern dabei ihren Bedeutungsgehalt.

Erik van der Weijde beschreibt das Wesen und den Antrieb seiner Arbeit als einen stetigen Dialog zwischen Innen und Außen, dem Privaten und dem Öffentlichen, der Vergangenheit und der Zukunft. Dabei dient ihm die Kamera als Werkzeug für Bilder-Geschichten. Durch seine Methode beanspruchen die Sujets für sich eine Form von „Bedeutung“ und einem vordergründig banalen, bedeutungslos erscheinenden Aspekt des Alltäglichen wird durch die formal strenge Arbeit zu mehr Sichtbarkeit verholfen. Im Sinne einer „Apotheose des Alltags“ wird eine Schönheit offenkundig, die nur die Kamera zu enthüllen vermag.

"Das Leben ist ein Fadenspiel;manche haben s drauf, schmuggeln sich mit geschickten Fingern durch und konstruieren die schönsten Gebilde-
und der Rest versucht sich aus den Knoten zu befreien und erstmal den Faden zu entheddern”

18. Januar

By martin

Schlechte Lektüreist noch gefährlicher als schlechter Umgang. Nur ein Gebilde der Fantasie, aber kein wirklicher Mensch kann das ausschließlich Schlechte und Verkehrte in sich verkörpern und dabei noch schön erscheinen. Außerdem ist man von schlechten Menschen auf natürliche Weise getrennt und vor ihnen auf der Hut, während es beinahe unglaublich ist, was für Bücher, Feuilletons und…

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See(lisch)

Auf der Schattenseite des Lebens spiegelt sich nur die Vergangenheit wieder und das hämisch grinsende Phantom einer künstlichen Elite. Ich blende ihre Schreie aus; kann stetig flüchten, wenn mir das Gebilde aus Geknechteten zuviel wird. Doch was wird aus dir? Will mit dir fort, ganz weit. Schmiede Pläne mit allen Sinnen, doch bin mir nicht sicher, ob sie deinem Ohre munden, denn ihr Beigeschmack ist stille Angst vor der noch abstrakt scheinenden Zukunft des Unsereins in der Gesellschaft - die doch eines Tages kollabieren wird. Will fern von den Gedanken sein. Versuche im Traum dich nachzuzeichnen, uns kleine Märchen zu gestalten, die das Herz erfüllen. Es fühlt sich echt an, so echt, dass ich mich manchmal Frage, ob du es auch spürst, ob es bis zu dir hin reicht. So höre nicht auf die gespaltenen Zungen, die dich an deiner Selbst zweifeln lassen. Liebe ist der Grund, auf den ich mit dir sinken will; Liebe ist der Grund, aus dem ich schreibe. Aus den Tiefen meines Innerns schnellt wie ein Blitz der Gedanke, eilt durch mein Handeln aufs verblichene Papier und hinterlässt eine Spur im Bewusstsein; ein Quäntchen, dass springt, das hüpft und dir die Lieder von rosigeren Zeiten singen soll. Von Zeiten, die wir nur deshalb noch als jene bezeichnen, um die Momente staffeln zu können. So schweben wir durch eine zierliche Schleife, in einem Nebel zwischen Leben und Tod. Lass uns unser Schicksal selbst in die Hand nehmen und weg kommen von der Maschine der Industrie. Rausschwimmen aus dem verdorbenen Morast, hin zur Quelle des Ursprungs, zum See der gewählten Gedanken, wo auch du deine Antworten finden wirst. Und wenn das Leben nicht mehr ist, als ein bestimmtes Zeitraffer, das wir laufen, dann hoffe ich, dass sich unsere Wege dennoch alsbald kreuzen; damit wir uns gegenseitig die Fesseln lösen können und uns eine eigene Welt aufbauen, fernab von Elend und Krankheit.

-LP

Die Freiheit bleibt nur dann Freiheit,wenn sie komplett ist. Wenn auch nur ein Teil fehlt, verfällt sie und wird nichtig. Die freie Meinugsäußerung bildet mit den anderen Freiheiten des menschlichen Individuums das Gebilde, das wir Freiheit nennen und so lieben. Sobald uns verboten wird, zu sagen was wir denken, egal wen es tangiert, so stiehlt man uns die komplette Freiheit. Satire ist ein Teil der freien Meinungsäußerung und kein Instrument von Islamophoben, Rassisten oder Menschen, die Völker teilen wollen. Satire drückt (oft) humorvoll aus, was Menschen nicht aussprechen wollen. Satire ist ein Instrument der Denkenden, der Dichter und Gebildeten und wird von Ungebildeten leider viel zu oft missverstanden und so ausgelegt, dass die harmlose Satire auf einmal ein Grund zum Töten wird.
Volle Solidarität für die Journalisten von Charlie Hebdo, die Unschuldigen, den muslimischen Polizisten, den Mann, der zufällig im Bürogebäude geputzt hat und alle anderen Beteiligten, sowie alle Geiseln und Geschädigten.
#ichbincharlie #jesuischarlie

denn man kann eine Tragödie auch beklagen, ohne die anderen zu vergessen !

Raumvergessenheit - gezeichnete architektonische Gebilde
von Felix Greiner-Petter / 2014

Die hier gezeigten Zeichnungen sind eine Sammlung von Versuchen, zeichnerisch mit verschiedenen Geometrien Kleinstarchitekturen zu entwickeln. Die einzelnen Zeichnungen sind jeweils Teile aus zusammenhängenden Serien und kreisen um eine geometrische oder manchmal auch schon spezifischere architektonische Ausgangsfigur. In diversen Schritten werden Abwandlungen vorgenommen oder Assoziationen zu einem Aspekt der jeweiligen Form verstärkt weiter ausgearbeitet.

Die Arbeit ist der Versuch, eine Reihe von an formalen Kriterien orientierten Architekturen zu entwickeln. Dabei galt es ohne eine konkrete Vorgabe einer Funktion die Formen herauszuarbeiten und dabei auf die je eigenen Wirkweisen der entstandenen Formen zu achten. Es geht um das Entwickeln eines architektonischen Repertoires. Die Orientierung stiftende Architektur der Gebilde zeigt in handwerklich erzeugter Weise, ein Feld von architektonischen Formen, die zunächst einmal auch als solche gelesen werden.

Die zeichnerischen Thesen behaupten gezeichnete Architektur zu sein und verweisen damit auch auf den Bereich dessen, was vielleicht ausserhalb dieses Feldes liegt. Die Sammlung ist natürlich nicht vollständig, insoweit sie nur einen geringen Teil des architektonisch Möglichen zeigt.

Die Darstellung in isometrischer Form eröffnet einen freien und relativ unendlichen Raum. Dies erlaubt dann auch in einem nachfolgenden Schritt die Kombination von unterschiedlich inspirierten Zeichnungen. Daraus können dann wieder neue Gebilde und Formationen entstehen, die so etwas ähnliches wie »Stadt« oder zunächst einfacher »Raum« bedeuten können.

Die einfachen Skizzen wirken auf direkte und grafische Art und Weise und stellen eine Auseinandersetzung mit architektonischen Gebilden dar. Das Weiterentwickeln hin zu komplexeren Konfigurationen steht noch aus. Die Wirkung der einzelnen Formen kann aber schon jetzt für sich betrachtet werden.