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Liebe Schlauchstuhl-Liebhaber!

Am letzten Wochenende war in Dresden das traditionelle Elbhangfest. Ich hatte mich noch kurz entschlossen, daran mit einem Stand teilzunehmen. Wie ihr an den beiden Bildern sehen könnt, wurden meine Stühle gern genutzt. Hier waren es Zuschauer des Festumzuges. Die Reaktionen reichten von purer Begeisterung bis zur Bezichtigung des Stilbruchs. Direkt verkaufen konnte ich allerdings nur ein Exemplar. Na, wer will schon auf dem Fest mit einem Stuhl umher laufen? Ich rechne allerdings nach den zahlreichen positiven Gesprächen mit Folgekontakten. Meine Standnachbarin meinte, ich sollte unbedingt in Berlin auf dem “Heldenmarkt” im November ausstellen. Der wäre geradezu für diese Stühle geschaffen. Na, wenn ich bis dahin die notwendige Standgebühr mit den Stühlen erwirtschaftet habe, werdet ihr mich wohl dort finden.

Liebe C-Schlauch-Freunde!

Wie ihr dem Foto entnehmen könnt, ist bei mir wieder  was passiert. Ich habe an einem Volkshochschul-Kurs “Technik der Möbelrestaurierung” teilgenommen. Damit wollte ich mir Grundlagen erwerben, um meine Stühle noch etwas besser herrichten zu können. Auf den letzten Drücker hab ich mir noch zwei wacklige Gründerzeit-Stühle für je 10 Euro in der Trödelhalle besorgt. Ich dachte mir, an denen kannst du dich richtig austoben - und so war es  dann auch. Ich habe beide Stühle vollständig in ihre Einzelteile zerlegt und danach wieder unter fachmännischer Anleitung zusammengeleimt. Am Meisten verwunderte mich, dass ich mit traditionellem Knochenleim arbeiten sollte. Nachdem mir der Maestro die Vorteile erläutert hatte, ging ich ans Werk und ließ mich zum Knochenleim bekehren. Er hat eine entscheidend höhere Klebkraft und ist durch Hitze wieder lösbar - ein Entscheidender Vorteil bei der Restaurierung. Besonders stolz bin ich auf die Restaurierung eines ausgebrochenen Stückes der Schnitzerei. Ich habe ein neues Stück Holz eingefügt und danach die Schnitzerei ergänzt. Ist super gelungen. Wer es nicht weiß, sieht es nicht. Später wurde dieses Stück und einige Fehlstellen nachgebeizt und mit Holzöl aufgefrischt. Mann erkennt noch die vorhandenen Gebrauchsspuren, aber die Stühle sehen trotzdem edel aus. Die Polster habe ich im Kurs nicht mehr geschafft. Dem Kursleiter habe ich von meinem Schlauch-Projekt nichts erzählt. Er gab mir die Adresse eines Polsterers für die Lederpolster. Inzwischen habe ich aber beide Stühle voll “verschlaucht”. Die alten Polster habe ich aber aufbewahrt und kann somit jederzeit den Originalzustand wieder herstellen. Als Resultat des Kurses habe ich mich auch entschlossen, nicht alle Stühle im Originalzustand zu belassen, sondern rohes Holz mit Holzöl zu behandeln. So kommt die Maserung besser raus.

Sorry - die beiden Meisterwerke will ich für mein Wohnzimmer behalten und noch zwei weitere restaurierungswürdige ähnliche Exemplare aufspüren.

Emotionen, Ideen, Inspirationen oder Feedbacks zu dieser Photo-Emotion-Card der 2. Serie?

Viel Freude mit dieser Photo-Emotion-Card!

Euer Triple R

blog@thenewway.ch

Letzte Photo-Emotion-Card war Feuerwehrschlauch.

Copyright by Rodrigue R.R. Brugger, 2014

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