fassaden

Tomas Tranströmer

FASSADEN

I

Am Ende des Weges seh ich die Macht

und sie ähnelt einer Zwiebel

mit überlappenden Gesichtern

die eins nach dem anderen abgehen

II

Die Theater leeren sich. Es ist Mitternacht.

Buchstaben flammen auf den Fassaden.

Das Rätsel der unbeantworteten Briefe

sinkt durch das kalte Glitzern.

Tomas Tranströmer, 80, hat heute den Literatur-nNobelpreis zuerkannt bekommen: herzlichen Glückwunsch! (Und natürlich auch Glückwunsch an die Akademie im hohen Norden zu dieser Wahl! Es wurde langsam auch Zeit…) Tranströmers Gedicht “Fassaden” stammt aus seinem Buch “Das große Rätsel” (München 2005) und wurde von Hanns Grössel übertragen. 

»I have the feeling that she can’t do anything but appear stunning and maybe wink sometimes. She’s nothing but a swanky model and an untalented dancer but instead of throwing herself into it, she rather yells all the time […] She sucks and is obstinate and it’s unbearable.«

»It’s Olivia. I love [her] […] Olivia Livington, that arrogant and deeply broken topmodel and former face of our campaign«, he told flatly. […] After two further glasses of wine Ben eventually confessed that Olivia, seemingly unvulnerably and unbreakable, couldn’t comfort herself in her own life and that he [Ben] had been the only place she ever felt home at.

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Holland | Tag 1 in Leiden

Der erste Tag ist vorüber, gerade sitze ich in der Gemeinschafsküche unserer “airbnb”-Unterkunft in Oegstgeest und schreibe diesen Post. 

Nach einer vorerst angenehmen Fahrt mit heftigem Regen am Ende (so heftig, dass wir auf der Autobahn anhalten mussten) kamen wir letztlich bei strahlender Sonne an, nahmen unser Zimmer in Empfang und radelten gleich los in das Zentrum von Leiden. Wunderschön. 

Ich muss schon sagen, der Holländer macht mir einen sehr entspannten Eindruck, alle lächeln und sind gut drauf. Hier stellt sich einer lustig in mein Foto, alle anderen warten höflich bis ich fertig geknipst hab und lächeln. Und eines muss man den Holländern lassen: Alles sehr geschmackvoll. Wohnungen von außen betrachten ist wie Schaufenster guggen XD und prinzipiell stehen zwei Vasen, zwei Kerzen, zwei Lampen, im besten Fall Alles schick drapiert im Wohnzimmerfenster. … Man hat eben nichts zu verbergen. 

Herrlich :D. Heute geht es ab nach Amsterdam. 

Alle gesammelten und weiteren Eindrücke auch auf Flickr:
https://www.flickr.com/photos/frauanika/sets/72157645602600170/

Fassaden

Lebe ich noch? Klar, mein Körper existiert, funktioniert ohne Einschränkungen, aber ist das alles? Wenn in meinem Inneren vieles aufgewühlt, durcheinander und kaputt ist, bin ich dann wirklich gesund? Könnte doch jemand hinter diese trügerischen Fassaden sehen, wenn ich mal wieder sage, dass es mir gut geht. Ich frage mich, meinen Kopf, meinen Verstand, immer wieder, wie es sein kann, dass ich es regelrecht genieße, traurig zu sein, obwohl dann oft selbstzerstörerische Gedanken überhand gewinnen, die meine aufgerichteten Fassaden nach und nach gefährlich wanken lassen und nach und nach mein wahres, welkes Ich zum Vorschein bringen werden. Spätestens im Tod werde ich keinen Schutz mehr finden, mich mir selbst stellen müssen. Doch bin dahin habe ich noch Zeit.