DREIEINIGKEIT

»God lends us a little of His reasoning powers and that is how we think: He puts a little of His love into us and that is how we love one another.« (C.S. Lewis)

Heute Abend beim Spazierengehen dachte ich daran, dass die meisten Menschen offenbar denken, dass sie sich selbst am nächsten sind. Eine Unterhaltung mit einem jungen Mann kam mir in den Sinn (vom Vorabend in einer Kneipe): wir diskutierten die Tatsache, dass die Ehe als Stand und Ziel an Wert verloren habe. Er meinte, ein Grund könnte sein, dass man so viele andere Dinge mit seinem Leben anfangen könne. Instinktiv, oder vielleicht ist das das falsche Wort, stellte er die Ehe auf dieselbe Stufe wie: Hobbys, Ausbildung, Beruf, Freundschaft. Alles Dinge, die zwar auch in Gemeinschaft ausgeübt werden können, die aber irgendwie vom einzelnen und seinem Willen ausgehen und wieder zu ihm zurückführen. Ganz so als sei er selber Rom, die ewige Stadt: Ich selbst bin mir am nächsten. Ich stehe im Zentrum meiner Aufmerksamkeit. Warum auch nicht? Das ist zunächst ein Kinderglaube – Kinder und Jugendliche betrachten sich immerzu im Spiegel, vielleicht, weil sie ihrer selbst unsicher sind (vielleicht aber auch, weil wir sie mit so vielen Spiegeln umstellen). Nun gibt es kindliche Auffassungen, die es sich zu bewahren lohnt – beispielsweise  kindliche Neugier. Aber die Neugier, ebenso wie die Fähigkeit zur Selbstbespiegelung, muss vom Erwachsenen entwickelt, transformiert werden. Kindliche, staunende Neugier muss forschende Neugier werden, wenn aus ihr etwas anderes werden soll als ein großes Gefühl. Die Selbstbespiegelung als Mittel zur Selbstbestimmung: aufwändig, aber wirkungsvoll. Nur der, der sich anschaut, wird sich erkennen. Aber was erkennt er? Doch immer nur sich selbst – in einer Welt, die, wie wir annehmen dürfen, nicht nur aus uns selbst besteht und unseren Gedanken, Gefühlen und Stimmungen, sondern die aus und für Gemeinschaft besteht. Beim Spiegel des selbst stehenzubleiben steht der Entwicklung in die Gemeinschaft entgegen. Die Frage erhebt sich, bzw. stelle ich sie mir ernsthaft zum ersten Male: wie weit kann der Mensch dem Spiegel seines Ich trauen? Denn dieses Spiegelbild wird immer nur zeigen, was in der Realität existiert, die gesehen wird. Für andere Ebenen der Realität, für die der Spiegel nicht geschaffen ist, ist er blind. Erstaunlich finde ich, dass mir die intellektuelle Einsicht in die göttliche Gemeinschaft der Dreifaltigkeit so lange verschlossen blieb. Seit ich  verstanden habe, bzw. zu verstehen beginne, dass sich hinter dieser Dreifaltigkeit eine existenzielle Einfalt verbirgt, die Gott selber entspricht und durch die Er uns seine wahre Natur zeigt, hat sich meine Welt völlig verändert. Dieses am-gleichen-Tisch-Sitzen mit Gott dem Vater, Jesus Christus dem Sohn und dem Heiligen Geist, ist wirklich wie ein anderes Leben, ein neues Leben, das gleichzeitig doch nicht neu ist, weil ich nicht erst sterben muss, um es zu erfahren. Gleichzeitig stimmt es, dass praktisch über Nacht der Tod seine scharfe Spitze für mich verloren hat. Der Schmerz, den ich mit dem Weggang aus dem Leben assoziierte, ist noch da. Aber die Enttäuschung darüber, nicht für meine Einzigartigkeit und Großartigkeit damit belohnt zu werden, dass ich einfach immer am Leben bleibe, ist fort. Blasphemie könnte man sagen, aber diese Wahnvorstellung entsprang, wie die Neugier nach dem Wesen Gottes, meiner kindlichen Natur. Einer Natur, die wir alle teilen.

[Bild: Andreij Rubljev, Dreieinigkeit, 1411-15]
[Zitat: aus C.S. Lewis, 
Mere Christianity”, 1944]

reVolt

 سلام

Wenn zwei Pole einer Spannungsquelle direkt verbunden sind, kommt es zum Kurzschluss. (Elektrischer) Strom und Spannung alleine geht nicht. Es muss etwas dazwischentreten, ein Widerstand. Die guten alten Drei: Dreieinigkeit, Dreifaltigkeit, die Triade, ying-yang-qi und so weiter weiter weiter. Nun hier sei das dritte Element das Widerständige. Könnte,könnte,kann man sagen. Damit aber…

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