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Ramification of lithic production and the search of small tools in Iberian Peninsula Middle Paleolithic

  • by Joseba Rios-Garaizar, Aleix Eixea and Valentín Villaverde

“The notion of recycling and it relationship with ramified productions and small tool production in Late Middle Paleolithic from the Iberian Peninsula are investigated. Results from Amalda, Axlor, Peña Miel, and Quebrada show that the production of small tools is one of the principal objectives of lithic provisioning in these sites. Whereas in Axlor and Amalda, this is achieved through the ramification of production, due to the remoteness of flint sources, in Quebrada, where raw material sources are closer, small flakes are obtained at the end of Levallois production. The implications for Neandertal society organization of this small tool production is discussed, and its evolution is observed from a diachronic perspective” (read more/open access).

(Open access source: Quaternary International, in press 2014 via Academia.edu)

We shall argue that the task of localization needs to be understood as an oblique procedure that operates by means of certain ‘perspective operators’ and ‘epistemic mediators’. These perspective operators or navigational tools are able to interweave depth and surface, the generic and the vague (particular) and diagonally connect the diachronic to the synchronic (telescopic view), or cohere various depths such as the scientific and manifest images of the local (stereoscopic vision) so as to bring into focus the local and determine its relation to the open, the space of the Universal or the real. The dual task of ‘focalization’ and ‘depth-tracking’ of the local constitutes the panorama of what should be called a vertiginous enlightenment – i.e. inferring the horizon of the local from both generic-to-particular and vague-to-generic, universal-to-regional and regional-to-universal perspectives. The vertiginous enlightenment is but the reading of the local according to and within the abyss.



The aim of this lecture is to examine the problem of localization and its imports for a speculative cosmology & an ultramodern understanding of the system of knowledge through the theoretical appropriation of two pivotal concepts: (a) Homothetic variations of the local and (b) Yoneda addressing (built on the concept of Yoneda lemma in topos theory and category theory). These concepts assist us in studying the problem of localization in the wake of the vertiginous enlightenment and a new definition of the local: The local is now defined by its continuously unfolding ramified path structures and alternative addresses. That is to say, the local cannot be approached via any conception of given fixed coordinates. Since the local is not invariant under topos-inference, every act of localization finds the local site within a new set of coordinates because each telescopic and stereoscopic inspection into the topos of the local unlocks new addresses and brings to light contingent path structures, further distancing the local from its spurious roots that try to strictly demarcate it. Therefore, we can say that the local is defined not by its roots but by its ramified path structures into the open and its ever-changing alternative addresses which unravel as it is telescopically and stereoscopically determined and brought into focus. An understanding of the local via its alternative addresses and contingent sidetracks should be interpreted as a concept of non-ineffable depth through which the open, the universal or the real freely expresses itself in the local and the local ramifies into the open or gains traction upon the universal.

—  Negarestani - “The Topos of the Earth: Telescopic and stereoscopic visions of the abyss-in-one,” abstract
Peter Weiss – Grenzgänger zwischen den Künsten: Bild – Collage – Text – Film

Rezension zu Peter Weiss – Grenzgänger zwischen den Künsten: Bild – Collage – Text – Film, herausgegeben von Müllender, Yannick / Schutte, Jürgen / Weymann, Ulrike, Frankfurt: Peter Lang 2007.

Erschienen in: Peter-Weiss-Jahrbuch 17Peter Weiss Jahrbuch 17/2007, herausgegeben von Beise, Arnd; Hofmann, Michael; Rector, Martin; Vogt, Jochen. St. Ingbert: Röhrig Verlag 2008.



Bei der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit Peter Weiss ist die Unter­su­chung intermedialer Strukturen und Zusammenhänge – sprich: das Zu­sam­men­den­ken verschiedener Künste und Kunstrichtungen als eine Analysekategorie – in den letzten Jahren zunehmend wichtig geworden. Nicht zu Unrecht, denn sein Werk kann geradezu als Paradigma für den „intermedial turn“ gese­hen werden, bietet es doch eine Auseinandersetzung mit bildender Kunst, Film und Literatur aus ver­schiedenen Blickrichtungen: sowohl diachron aufgrund der Ent­wicklungs­phasen vom Maler über den experimentellen Filmemacher bis hin zum Schriftsteller als auch synchron wegen der fortlaufenden Versuche, bildkünstleri­sche Gestal­tungsweisen in die Literatur zu übernehmen. So hört Weiss „nach 1960 in seinen Texten keineswegs auf, als Bild-Künstler wahrzu­nehmen und zu gestalten“, wie es in der Einleitung des 2007 im Peter Lang Verlag erschienenen Sammelbandes Peter Weiss – Grenzgänger zwischen den Künsten: Bild – Collage – Text – Film heißt (S. 8). Diese Auseinanderset­zung findet bei Weiss auf unterschiedlichen Ebenen – inhaltlich, formal, theo­retisch, programmatisch – statt: Er stellt „immer wieder historische Künstler-Figuren und deren Werke ins Zentrum. Mehrere Pro­satexte illustrierte Weiss mit Collagen […]. Reflexionen über die Möglichkeiten und Grenzen der ver­schiedenen Künste, der Kommunika­tions- und Ausdrucks­medien begleiten sein Werk“ (S. 8 f.).

Die Aufsätze des von Yannick Müllender, Jürgen Schutte und Ulrike Wey­mann herausgegebenen Bandes behandeln die Techniken intermedialer Grenz­überschrei­tung und -verwischung dabei in einer bemerkenswerten Bandbreite – von der Frage, wie visuelle Techniken, etwa Film oder Collage, die Prosa prägen, über die Analyse kunsttheoretischer Äußerungen bis hin zur Betrach­tung intertextueller Parallelen, etwa zum Werk Alain Robbe-Grillets. Dabei liegt der Fokus des Sammelbandes, der auf eine Tagung der Internationalen Peter-Weiss-Gesellschaft im Mai 2006 an der Berliner Akademie der Künste zurückgeht, auf der wechsel­seitigen Beeinflussung von Wort und Bild.

Den Ausgangs- oder Zielpunkt vieler Beiträge bildet die Frage, wie die Wirk­lich­keit mit Hilfe von Sprache und Literatur abgebildet oder beschrieben werden kann. Lässt sich die Flüchtigkeit und Bruchstückhaftigkeit des darzu­stel­lenden Mate­rials in feste künstlerische Formen bringen? Damit einher geht der Kon­flikt zwi­schen Sub­jektivität der Wahrnehmung einerseits und dem An­spruch auf Objekti­vität der Dar­stellung andererseits, wie Weiss ihn etwa in der Rede „Lao­koon oder Über die Gren­zen der Sprache“ dem Verhältnis von Bild und Wort zuordnet: „Das Bild allein bleibt – auch in seiner künstlerischen Materialisie­rung – nichts ,als geronnene und verdoppelnde Selbstausstellung des Subjekts’; eine Kommunikation mit der es um­gebenden Objektwelt findet nicht statt. Eine Öff­nung zu dieser kann nur die Spra­che, exak­ter: die ,Versprachlichung des Bildes’ leisten.“ (zit. n. S. 84) Im erst 2006 voll­stän­dig veröffentlichten Kopenhagener Journal hat Weiss die­sen Gegensatz folgen­der­maßen beschrieben: „Grösste Schwierig­keiten, eine Synthese zu finden zwischen den intim­sten, subjektivsten Reflexio­nen und dem ständigen Bedürfnis nach Objek­tivie­rung. Das ist ja überhaupt mein Problem. […] Es müsste gelingen, das zu verei­nen.“ (zit. n. S. 65).

Wie der Sammelband die literatur- und kunsttheoretischen Grundprobleme im Hinblick auf Weiss‘ Werk konkretisiert, lässt sich beispielhaft am Aufsatz der Mit­herausgeberin Ulrike Weymann zeigen, der sich mit literarischer To­pographie und ihrer Semantik auseinandersetzt. Anhand einer Analyse der räumlichen Struktu­ren, die den Prosatext „Der Fremde“ (1949) und seine fil­mische Adaption „Hägrin­gen“ von 1958/59 kennzeichnen, legt Weymann dar, welche Verschie­bungen es in Weiss’ Auffassung davon gegeben hat, wie sich Darstellung und Intention im Kunstwerk zueinander verhalten sollen: Wäh­rend im Prosatext die Anordnung äußerer Räume noch metaphorisch für die Innenräume des Individu­ums und dessen psychische Prozesse standen, ist die­ses Verhältnis in der Verfil­mung umgekehrt. Gerade anhand der reali­stischen Repräsentation urbaner Räume in „Hägringen“ lasse sich eine Ver­schiebung zugunsten eines gesellschaftskriti­schen Impetus ablesen. Mit anderen Worten: Die Topographie übernehme nun nicht mehr metaphorische Funktion, sondern werde selbst zum Objekt einer so­zialkritischen Betrachtung.

Indem Weymann Zitate aus den unter dem Titel „Rekonvaleszenz“ er­schie­ne­nen Aufzeichnungen verwendet, legt sie überzeugend dar, dass sich diese Ver­schie­bung in der Kunstauffassung auch in Weiss‘ politisch-sozialer Auseinander­setzung wieder­findet. Angesichts der städtebaulichen Modernisie­rung Stock­holms kritisiert Weiss die Behauptung, eine moderne Stadt habe modernen An­sprüchen zu genügen: „Sie sagen nicht, daß mit diesen Ansprüchen die vorstür­mende Gewalt des über­schüssi­gen Monopolkapitals gemeint ist, die auf jeden menschlichen Aspekt des Städtebilds pfeift und nur nach schnellsten, profitgün­stigsten Investierungen ver­langt. Unter dem spekulativen Fortschrittbegriff der herrschenden Klassen wird die Technisie­rung und Automatisierung, das Anwach­sen der Stadt zu einer Metropole des Bank­wesens und der international ver­zweigten Industrie geprie­sen.“ (zit. n. S. 66)

 Zu Recht betont Weymann die besondere Rolle surrealistischer Techniken in Weiss’ Werk. Bedeutsam ist dabei, dass sich in „Hägringen“ die avantgar­disti­schen Momente (etwa mittels Beschwörung von traumhaften oder halluzi­natori­schen Ele­menten) stark mit sozialkritischen Aspekten vermischen. „Die avant­gardistische Pra­xis“, schreibt Weymann, „wird hier stärker als noch in der Prosa­vorlage mit gesell­schaftlichen Impulsen durchsetzt“ (S. 66), voraus­weisend auf die versuchte Synthese von Politik und Ästhetik im Roman Äs­thetik des Wider­stands. Der eingangs erwähnte kunsttheo­retische Konflikt von subjektivem Erle­ben und objektivem Anspruch fin­det auf die­ser Ebene seinen Widerhall im Ver­hältnis von im Subjektiven gegründeter Ästhetik und auf das Objektive zielender Politik.

Eine weitere Spielart dieses Konflikts ist der – letztlich wohl unauflösbare – Wi­derspruch zwischen dem „Wunsch nach Nähe, Inkorporation, Berührung“ und der „Distanzie­rung des Allernächsten als Bedingung der künstlerischen Darstel­lung und der ästheti­schen Evidenz“ (S. 125 f.). Elisabeth Wagners Auf­satz über die Interde­pendenz von bildnerischem und schriftstellerischem Schaffen in Weiss’ Werk analy­siert diesen Widerspruch als konstitutiv für die Frage nach dem adäquaten Aus­drucksmittel der Kunst. Dabei nimmt sie das Statuarische und Statische der Bildbe­schreibungen bei Weiss in den Blick, indem sie den 1956 auf Schwedisch geschrie­benen Roman Die Situation mit den künstlerischen Motiven und Verfahren ver­gleicht, wie sie sich in zwei Gemälden von 1946, nämlich „Im Atelier“ und „Der Schreiber“, zei­gen. Die künstlerische Tätigkeit wird in den Gemälden „vorgeführt als ein Akt der Distanzie­rung“ (S. 122), der den Konflikt zwi­schen Subjektivem und Objek­tivem allegorisch in der Distanz offenbart, die die zentral positionierten Künstler­figuren von den Ob­jekten am Bildrand trennt.

Wagners Analyse verfolgt den Weg, den die bildkünstlerische Beschäfti­gung in die Texte – und sogar bis in die Gestaltung von Typoskripten (etwa die Text­blöcke der Ästhetik des Widerstands) – genommen hat. Weiss sei stets Ma­ler geblieben, da er stets als Maler wahrgenommen und beschrieben habe. Er habe, so Wagner, die Wir­kungsästhetik der bildenden Kunst in die Textproduk­tion übernommen und damit eine intermediale Grenzüber­schreitung ge­wagt, auch hier als „Weg zur Objekti­vie­rung des Sub­jektivsten“ (S. 12). Seine Synthese finde dieses Changieren zwischen den me­dialen Ausdrucks­formen in der Praxis der „Schriftbildlichkeit“, motiviert durch das Verhältnis von Zeichnen bzw. Malen und Schreiben. Dieses sei als kör­perlicher Akt, so Wagner, für Weiss prinzipiell analog: „Zeichnen und Malen waren für Peter Weiss als sinnlich-kör­perliche Tätigkeit dem Schreiben verwandt und um­gekehrt auch das Schreiben dem Zeichnen als Vorstufe des Bildschaffens.“ (S. 130) Wagner ge­lingt es über­zeugend, diese Analogie an­hand der Bildbetrach­tung von „Im Ate­lier“ und „Der Schreiber“ nachvoll­ziehbar zu machen. Im Ver­gleich mit dem Roman Die Situation wird deutlich, dass die Verbindung von Literatur und Malerei bei Weiss im Verzicht auf eine bewegte Bilderzählung und somit in der Betonung des Statuari­schen liegt.

Insgesamt sind die Essays ein Beleg dafür, dass das Werk von Peter Weiss sich wie fast kein anderes der letzten Jahrzehnte eignet, um zu untersuchen, wie die Grenzen zwischen den Künsten sich verwischen und verschieben lassen. Dabei ist eine Stärke des Bandes, dass er neben Einzelstudien (etwa von Tor­sten Pflugma­cher zum Kopenhagener Journal) auch Aufsätze enthält, die Motive und Mo­tivzusammen­hänge im Gesamtwerk aufspüren und kontextualisieren. So unter­sucht Magnus Bergh in seinem sehr lesenswerten Essay, wie Weiss das Motiv des Sam­melns, Ka­talogisierens und Inventarisierens in seine Texte einschrieb, wie der Sammler zu ei­nem „Glied in der dokumentari­schen Rekonstruktion einer vergange­nen Zeit“ (S. 100) wird. Nicht zuletzt sieht Bergh aus diesem Blickwinkel auch die Entwicklung des Künstlers Weiss: Viel­leicht seien es gerade „die melancholische[n] Seite[n] des Sam­melns, die mit den Heimlichkeiten der Existenz, deren Unergründ­lichkeit, deren trügerischen, vieldeutigen Mustern zu tun hat, und alle die geschei­terten ‚Vorläufer‘ und Brü­der im Unglück, welche den Schlüssel zu Weiss‘ Künstler­schaft bilden“ (S. 104).

Die Arbeit des Übersetzens, wie Weiss sie 1971 in den Notizbüchernals zentrale Metapher für intermediale Transformationen gewählt hat, setzen die Autorinnen und Autoren des Bandes sehr erfolgreich fort, indem sie die Beziehungen der Wörter, Bilder und Töne unter- und zueinander sowie ihre scheinbare Inkommensura­bilität kommentieren und annotieren, fortschreiben oder in Frage stellen.



Gunnar Kaiser / Florian Radvan


Juni 2008



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