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Tumblr-User im Blickpunkt: Kevin von Miami Schwarz

Heute möchten wir euch Kevin Schramm und sein Blog Miami Schwarz vorstellen. Worüber der 30-jährige Münchener bloggt und was er sonst noch treibt, könnt ihr hier und jetzt in unserem Interview erfahren.

Welches Konzept verfolgst dumit Miami Schwarz?

Ich will Musik, Mode, Menschen und Memesaus Deutschland bzw. dem deutschsprachigen Raum pushen. Ich find’s einfach spannend, was hier passiert. Außerdem sind mir viele Sachen schon alleine durch die Sprache näher als der Ami-Kram, über den so viele Blogs schreiben. Die Fundstücke sortiere ich dann nach Städten, so entsteht für jede Stadt Stück für Stück eine Sammlung an coolen Sachen, die von dort kommen. 

Zwei deiner Blogs hast du als Flops bewertet. Woran machst du fest, ob ein Blog floppt oder nicht? Die Zahl der Follower? Wie bewertest du jetzt nach einem Jahr Miami Schwarz?

Weird things of Airbnb ist einer der “lustigen” Themenblogs, die ich auf Tumblr gestartet hab. Die Idee war, dass er sich verselbständigt, also dass mir Leute Bilder von merkwürdigen Dingen schicken, die sie in ihren gemieteten Privat-Wohnungen gefunden haben. Ich finde die Idee eigentlich immer noch gut, aber bisher war das Feedback gleich null. Daher ist das wohl gescheitert…

Miami Schwarz läuft schon ganz gut. Ich habe einen kleinen treuen Leserkreis – zu dem inzwischen auch andere Blogs wie Schlecky Silberstein, Testspiel  oder Kraftfuttermischwerk gehören, die ab und zu Content von mir übernehmen. Zum Beispiel als ich über die Band Annenmaykantereit gebloggt habe, hat das dann auch in den anderen Blogs die Runde gemacht und der Band sicher ‘nen ganz guten Push gegeben. Sowas freut mich natürlich mega, genau das ist ja eins der Ziele des Blogs: neue Musik zu pushen.

Du arbeitest u. a. beim Radiosender PULS. Kannst du ein paar Worte zu dem Sender generell und zu deiner Tätigkeit dort sagen?

Bei PULS vom Bayerischen Rundfunk leite ich das Musikressort. Das heißt, ich kümmere mich darum, über was wir in Sachen Musik berichten, wen wir einladen, was wir präsentieren. Außerdem bin ich für die Abnahme der Radio- und Onlinebeiträge unserer Autoren zuständig. Gerade hab ich das Projekt Wer hat den Größten – Deutsche Rapper und ihre Wortschätze umgesetzt, bei dem ich den Wortschatz-Umfang von Rappern wie Kollegah, Cro oder Sido analysiert habe. Einmal die Woche mache ich noch die DJ-Show Urbane Geräusche, in der ich hauptsächlich beat- und basslastige Musik spiele.

Du stellst Menschen und Dinge gerne über stichpunktartigen Profile vor. Machen wir doch was Ähnliches: Bei dir geht es um Meinung, Musik, Mode, Menschen & Memes – bitte um je EINE Nennung pro Begriff.

Meinung

Das ist mein großes Problem. Ich sehe überall das Für und Wider, kann (fast) alles irgendwie nachvollziehen – daher auch das Gut-Schlecht-Prinzip auf dem Blog.

Musik

Gerade bin ich auf’m Jersey Club Trip – das Genre aus New Jersey mit dem Bettquietsch-Sample und den hüpfenden Beats. Auf Vine tanzen die Amis den #Flexywalk dazu – viiiel besser als die ganze Twerkerei.

Mode

Da krieg ich viel über meine Freundin mit. Sie ist Fotografin und shootet mit jeder Menge abgefahrenen Leuten und bloggt die Bilder als Rosi Offenbach  auch auf Tumblr.

Menschen

Der letzte spannende Paradiesvogel, der mir untergekommen ist, ist Candy Ken, der Riff Raff aus Vorarlberg.

Memes

Gerade nur Gillette Abdi. Der Messer-Joe, der alle Pimmelberger mit Shampoo gegen den Strich rasiert, AMK. Hier der Blogeintrag – er gibt’s uns richtig bös.

Kann ich nicht wie jeder andere Teenager auch mein Leben leben und aus Fehlern lernen? Kann ich nicht auch auf Partys gehen? Kann ich nicht auch reisen, in Urlaub fahren, Städte besuchen, neue Freunde finden? Kann ich nicht auf Konzerte und Festivals gehen? Kann ich nicht abends mit Freunden unterwegs sein? Kann ich einmal nicht einfach nur zuhause sitzen? Jedes Wochenende alleine im Bett zu verbringen, das Haus zu putzen oder arbeiten zu gehen macht kein Spaß. Nur Schule im Kopf zu haben kann ich nicht und will ich nicht. Ich will normale Eltern, die mich machen lassen und mir sagen ‘Wir habens dir gesagt’. Ich will was vom Leben haben, Leute kennenlernen, auf Partys gehen, neue Städte sehen & nicht das Leben leben, was ich jetzt lebe. Ich will meinen Kindern später erzählen können, was ich in meiner Jugend alles erlebt habe. Ich will ihnen von Städten und Leuten erzählen, von Partys, Konzerten und Festivals. Ich will ihnen nicht erzählen, was ich Freitagabends für die Schule gemacht habe. Ich will ihnen sagen können, lebt eure Jugend aus!